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Zuletzt aktualisiert: 11.07.2010 um 14:18 UhrKommentare

Über hundert Tote: Taliban bekennen sich zu Anschlag

Die Taliban bekennen sich zu einemm verheerenden Anschlag, der sich Freitag in der Stadt Yakaghund im Nordwesten des Landes ereignete. Bei dem Anschlag handelt es sich um den schwersten seit Oktober des Vorjahres. Eine Autobombe riss damals 125 Menschen in den Tod.

Foto © APA

Nach dem blutigsten Anschlag in Pakistan seit Oktober vergangenen Jahres ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 105 gestiegen. Einige der Verletzten der Explosionen am Freitag auf einem belebten Markt in Yakaghund im Nordwesten des Landes schwebten noch immer in Lebensgefahr, wie die Behörden am Wochenende mitteilten. Bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und den Taliban starben mindestens 28 Menschen.

In der Stadt Yakaghund in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan hatte sich ein Selbstmordattentäter auf einem Motorrad in die Luft gesprengt. Zudem war eine ferngezündete Autobombe detoniert. Augenzeugen berichteten von einer gewaltigen Explosion, die ein Verwaltungsgebäude und Dutzende Geschäfte einstürzen ließ.

Nach neuen Angaben der örtlichen Behörden vom Sonntag wurden mindestens 105 Menschen bei dem Anschlag getötet. Dutzende weitere Menschen würden noch in umliegenden Krankenhäusern behandelt. Rettungskräfte suchten noch immer unter den Trümmern nach weiteren Opfern. Es war der schwerste Anschlag in Pakistan seit dem 28. Oktober 2009, als eine Autobombe 125 Menschen auf einem Markt in der Großstadt Peshawar in den Tod gerissen hatte.

Zu dem Attentat bekannte sich die pakistanische Taliban-Organisation Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP). Das Ziel des Anschlags sei eine Versammlung von regierungsfreundlichen Stammesältesten gewesen, sagte ein TTP-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Die Stammesältesten hätten den Einsatz einer Bürgerwehr gegen die Taliban geplant. Die Taliban würden solche Treffen auch in Zukunft angreifen.

Yakaghund liegt im Bezirk Mohmand, einem der sieben Distrikte der pakistanischen Stammesgebiete, die den radikalislamischen Taliban und Mitgliedern des Terrornetzwerkes Al-Kaida als Rückzugsgebiet dienen.

Seit rund drei Jahren wird Pakistan von einer Welle blutiger Anschläge erschüttert, hinter denen meist Mitglieder der pakistanischen Taliban, Al-Kaida oder anderer radikalislamischer Gruppierungen vermutet werden. Mehr als 3.500 Menschen wurden bisher dabei getötet.

Bei Gefechten zwischen Regierungstruppen und Taliban-Kämpfern im Bezirk Makeen im Stammesgebiet Süd-Waziristan starben mindestens 28 Menschen, darunter drei Soldaten. Wie die Armee am Samstag mitteilte, hatten Aufständischen am späten Freitagabend eine Armeepatrouille angegriffen. Auch ein Kontrollposten im Kaniguram-Tal sei attackiert worden. Mehrere Soldaten seien dabei verletzt worden.

Quelle: APA

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