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Zuletzt aktualisiert: 09.07.2010 um 18:33 UhrKommentare

Iby-Nachfolger Zsifkovics bittet Kritiker um Chance

"Ich weiß um die breite Zustimmung von Klerus und Volk zu meiner Bestellung. Ich weiß aber auch um einige Enttäuschte", so Ägidius Zsifkovics. Sein Vorgänger Paul Iby wünschte Zsifkovics "alles Gute".

Ägidius Zsifkovics

Foto © APAÄgidius Zsifkovics

Der neue Bischof der Diözese Eisenstadt, Ägidius Zsifkovics bittet seine Kritiker um eine Chance. Zu seiner Ernennung meinte er in einer Pressekonferenz am Freitag: "Ich freue mich sehr." Die Bischofsweihe soll im September stattfinden. Sein Vorgänger Paul Iby wünschte Zsifkovics "alles Gute" und erklärte, dass dessen Ernennung für ihn nicht so überraschend kam.

"Das Gemeinsame vor das Trennende stellen"

Der neue Bischof räumte ein, dass es bei jeder Ernennung "zufriedene und enttäuschte Menschen" gibt: "Ich weiß um die breite Zustimmung von Klerus und Volk zu meiner Bestellung. Ich weiß aber auch um einige Enttäuschte." Gerade diese bat er, ihm eine Chance zu geben. Zum jetzigen Zeitpunkt wollte er noch kein Regierungsprogramm vorlegen, lud jedoch ein, mit ihm "den Weg des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe" gemeinsam zu gehen. So wandte er sich auch an alle anderen Konfessionen und Religionsgemeinschaften: "Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit in bewährter pannonischer Art, wo das Gemeinsame vor das Trennende gestellt wird."

Wohl um kritische Stimmen der letzten Tage zu beruhigen erklärte Iby, dass Zsifkovics Ernennung für ihn nicht so überraschend kam: "Meinem Wunsch, die Diözese bis zum Abschluss des Jubiläumsjahres (11. November, Anm.) zu leiten, wurde mit der Begründung nicht entsprochen, dass es besser wäre, die Änderung mit Beginn des neuen Arbeitsjahres (im September, Anm.) durchzuführen. Das habe ich zur Kenntnis genommen." Die Ernennung des neuen Bischofs sei durch "Indiskretion" in die Medien gelangt, noch bevor die Befragung der Bundesregierung abgeschlossen war. Infolge wurde Iby erst nach den Berichten vom Apostolischen Nuntius informiert: "Das war so nicht vorgesehen und vom Nuntius auch nicht gewollt."

Die Begrüßung und kurze Statements sprach Zsifkovics, ein Burgenland-Kroate, nicht nur in Deutsch, sondern auch in der Sprache der drei Volksgruppen: Kroatisch, Ungarisch und Romanes. "Ich freue mich sehr, dass mich Papst Benedikt XVI. nach dem im Kirchenrecht vorgesehenen Auswahlverfahren und einer breiten Befragung, im Jubiläumsjahr unserer Diözese mit dem heutigen Tag zum dritten Hirten der Diözese Eisenstadt ernannt hat", erklärte Zsifkovics. Bei Iby bedankte er sich für seine "unkomplizierte, offene und sympathische Art". Iby wird noch bis zur Amtseinführung Zsifkovics als Apostolischer Administrator die Diözese leiten.

"Ich bin an der Basis"

Der Termin der Bischofsweihe sei für September vorgesehen, bis dahin möchte Zsifkovics, um sich auf die Amtsübernahme vorzubereiten, keine Interviews geben, betonte er. Auch im Anschluss an die Pressekonferenz vor Journalisten wollte er sich nicht etwa zum Thema Zölibat äußern. Wie es dazu kommt, dass er etwa als "konservativ" gilt, könne er sich nicht erklären und bekräftigte: "Ich bin an der Basis, nicht abgehoben." Nach dem Pressegespräch lud Zsifkovics zu einem Gebet in den Martinsdom.


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