Iran: Steinigung einer Ehebrecherin abgesagt
Staatsanwalt wirft der 43-jährigen Mutter zweier Kinder außereheliche Beziehungen mit zwei Männern und einen Mord vor. Gestanden hat die Frau den Mord jedoch nie. Ob die Frau nun auf andere Weise hingerichtet wird, ist unklar.

Foto © APSekineh Mohammadi Ashtiani hätte im Iran gesteinigt werden sollen
Nach heftigen internationalen Protesten ist die geplante Steinigung einer mutmaßlichen Ehebrecherin im Iran laut Medienberichten abgesagt worden. Es sei keine Steinigung mehr geplant, berichteten britische Medien am späten Donnerstagabend unter Berufung auf die iranische Botschaft in London. Ob die Frau nun möglicherweise auf andere Weise hingerichtet werden soll, war zunächst unklar.
Prominente Unterstützer
Der britische Außenminister William Hague hatte zuvor die iranische Regierung aufgefordert, die Steinigung zu verhindern. Er griff damit eine Forderung auf, die zuvor bereits von zahlreichen Politikern und Menschenrechtsorganisationen in Europa und Amerika gestellt wurde. Auch viele Prominente setzten sich laut "The Times" für die Freilassung der 43-jährigen Iranerin ein, darunter die Schauspieler Colin Firth, Emma Thompson, Robert Redford und Lindsay Lohan.
Mord niemals gestanden
Der Staatsanwalt wirft der in Täbriz lebenden 43-jährigen Mutter zweier Kinder außereheliche Beziehungen mit zwei Männern vor. Mit ihrem angeblichen Geliebten soll sie ihren Ehemann ermordet haben. Beweise für die Vergehen, die Frau Ashtiani zur Last gelegt werden, gibt es freilich nicht. Vor Gericht soll die Aserbaidschanerin lediglich den Ehebruch gestanden und bereut haben. Sie wurde daraufhin zunächst zu 99 Stockschlägen, einige Monate später dann von einer höheren Instanz wegen gemeinschaftlichen Mordes zum Tode durch Steinigung verurteilt. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen hat Frau Ashtiani den Mord an ihrem Ehemann niemals gestanden.












