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Zuletzt aktualisiert: 30.06.2010 um 16:38 UhrKommentare

Hochschuldialog: Rektoren gegen "Allgemeinplätze"

Foto © APA

Mit einem Stück "Bildungswüste" begrüßte die Österreichische Hochschüler/innenschaft (ÖH) am Mittwoch die Teilnehmer an der Abschlussveranstaltung des Hochschuldialogs in der Aula der Wissenschaften. Die Studentenvertreter hatten vor dem Veranstaltungsort einen Berg Sand aufgeschüttet, um darauf hinzuweisen, dass Wissenschaftsministerin Karl die Hochschulen austrockne und "in den Sand setzt".

Eine von Karl vor Ort ausgesprochene Einladung zum Dialog lehnte ÖH-Chefin Sigrid Maurer ab. "Ein Scheindialog, der nur auf Empfehlungen hinausläuft, gleichzeitig die Aussage, dass die Unis noch weniger Geld bekommen und der Affront, am Verhandlungstisch zu sagen 'Wir verhandeln' und hintenrum Zugangsbeschränkungen einzuführen - das geht sich nicht aus", meinte Maurer zu Karl. Die ÖH ist vor wenigen Wochen aus dem Dialog ausgestiegen.

Der Vorsitzende der ebenfalls ausgestiegenen Universitätenkonferenz, Hans Sünkel, kritisierte die Empfehlungen des Hochschuldialogs als "Allgemeinplätze". Für eine Behebung der "offensichtlichen Mängel" wie ungenügende Ausstattung oder unbefriedigende Betreuungsverhältnisse bedürfe es einer gemeinsamen Willensbildung der Regierung, betonte Sünkel. Diese müsse die Realisierung eines Finanzierungsfahrplans zur mittelfristigen Erreichung des Ziels von zwei Prozent des BIP für den tertiären Sektor, eine dauerhafte Zugangsregelung und konzise Vorstellungen für einen Hochschulplan umfassen. Dafür hätte es aber keines sechsmonatigen Dialogs bedurft. Vor dem Hintergrund der ab 2013 stagnierenden Budgets, "also De-Facto-Kürzungen", seien die Dialog-Empfehlungen weitestgehend obsolet.

Der Wissenschaftsrat bezeichnete es "allein schon als Erfolg, dass dieser Dialog überhaupt stattfand". Bedauerlich sei das Ausscheiden der Studenten sowie die "seltsame Nichtbeachtung der Empfehlung 'Universität Österreich 2025'" des Rats. Der Forschungsrat begrüßte die Ergebnisse des Dialogs als "wichtigen ersten Schritt". Nun müsse die Politik die Empfehlungen "nach Maßgabe der strukturellen Rahmenbedingungen umsetzen".

Quelle: APA

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