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Zuletzt aktualisiert: 27.06.2010 um 12:53 UhrKommentare

Erste freie Präsidentschaftswahl in Guinea

Erstmals seit der Erlangung der Unabhängigkeit vor 52 Jahren hat am Sonntag in der westafrikanischen Republik Guinea eine freie Präsidentenwahl stattgefunden. Nach einem trotz mehrerer blutiger Zusammenstöße weitgehend friedlich verlaufenen Wahlkampf konnten sich die rund vier Millionen registrierten Wähler zwischen 24 Kandidaten, unter ihnen eine Frau, entscheiden.

Mit ersten Ergebnissen wird frühestens 72 Stunden nach Schließung der Wahllokale um 20.00 Uhr MESZ gerechnet. Sollte wie erwartet keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen erzielen, kommt es am 18. Juli zu einer Stichwahl zwischen den beiden stimmenstärksten. Zu den Favoriten gehören zwei ehemalige Premierminister, Cellou Dalein Diallo und Sidya Touré, sowie der langjährige Oppositionelle Alpha Condé. Auch Lansana Kouyaté, ebenfalls Ex-Premier und Vorsitzender der Hoffnungspartei, und Francois Lonsény Fall, Chef der Front für Demokratie und Wandel, wurden Erfolgschancen eingeräumt.

Internationale Beobachter erwarteten eine faire Abstimmung. Militärmachthaber General Sékouba Konaté sicherte noch am Samstag eine transparente Abstimmung zu und rief die Kandidaten auf, ihre Anhänger von Gewalttaten abzuhalten. Die Nation stehe vor der Wahl zwischen Demokratie und Chaos und vor einer "neuen Unabhängigkeit", sagte er. Es wurde damit gerechnet, dass die Wähler sich großteils nach der jeweiligen ethnischen Zugehörigkeit der Kandidaten entscheiden. In Guinea leben mehr als 20 Ethnien. Größte Bevölkerungsgruppe sind die Fulbe mit gut 40 Prozent der knapp neuneinhalb Millionen Einwohner, gefolgt von den Malinke (26 Prozent), die zu Condé und Kouyaté tendieren.

Die Wahlen gelten als ein entscheidender Schritt bei der Rückkehr zur Zivilgesellschaft nach gut eineinhalb Jahren Militärherrschaft. Nach dem Tod es langjährigen Machthabers Lansana Conte im Dezember 2008 hatte sich der bis dahin relativ unbekannte Oberst Moussa Dadis Camara mit einer Gruppe Offiziere an die Macht geputscht. Als Camara Ende vergangenen Jahres bei einem Attentat schwer verletzt wurde, übernahm Konate die Leitung der Junta.

Quelle: APA

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