Nordkoreanische Führung leitet Machtwechsel ein

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Nordkoreas Führung hat mit der Einberufung des ersten Parteitags seit Jahrzehnten einen Machtwechsel eingeleitet. Anfang September werde das Politbüro der Kommunistischen Partei zusammentreten, um seine Führungsspitze zu wählen, berichtete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Samstag. Dann könnte der Sohn von Staatschef Kim Jong-il in Stellung gebracht werden, sagen Experten.
Der Parteitag ist erst der dritte seit der Staatsgründung 1948. Beobachter messen dem Treffen hohe Bedeutung bei, da dann womöglich Kims jüngster Sohn, der 27 Jahre alte Kim Jong-un, offiziell für die Nachfolge an der Staatsspitze nominiert wird. "Während dieser Konferenz wird der Norden Kim Jong-un voraussichtlich den offiziellen Status als Thronanwärter zuerkennen", sagte der südkoreanische Politikprofessor Kim Yeon-chul. Bisher habe die Kommunistische Partei lediglich in den 50er und 60er Jahren jeweils einen Parteitag abgehalten.
Nordkorea-Experte Yang Moo-jin rechnet damit, dass Kim Jong-un hinter verschlossenen Türen zum Nachfolger seines inzwischen 68 Jahre alten Vaters gekürt und dies erst 2012 verkünden wird. In dem Jahr hätte Kim Jong-ils Vater und Staatsgründer Kim Il-sung seinen 100. Geburtstag gefeiert, der in dem international isolierten Land immer noch als "großer Führer" verehrt wird. Bis 2012 wollte Nordkorea einen erfolgreichen sozialistischen Staat aufbauen.
Spekulationen über die Nachfolgeregelung Kim Jong-ils halten sich hartnäckig, seit der nordkoreanische Machthaber laut Medieninformationen im August 2008 einen Schlaganfall erlitt. Nach südkoreanischen Angaben kommt seinem 27-jährigen Sohn eine immer größere Rolle in der Politik des Nordens zu. Südkoreas Geheimdienstchef Won Sei-hoon sagte am Donnerstag vor dem Parlament in Seoul, die Vorbereitungen zur Machtübergabe an Kim Jong-un würden wegen des schlechten Gesundheitszustands seines Vaters beschleunigt. So begleite Kim Jong-un seinen Vater oft auf Reisen durch das Land.
Nordkorea ist wegen seines Atomprogramms und seiner Menschenrechtspolitik international isoliert. Die Spannungen mit Südkorea waren erst am Freitag wieder deutlich geworden, als sich beide Länder zum 60. Jahrestag des Beginns des Koreakrieges gegenseitig Provokationen vorwarfen. Mit dem Untergang der südkoreanischen Korvette "Cheonan" am 26. März, bei dem 46 Matrosen starben, haben sich die Spannungen verschärft. Eine internationale Untersuchung ergab, dass das Schiff von einem nordkoreanischen Torpedo versenkt wurde. Pjöngjang bestreitet hingegen jegliche Verwicklung.













