10.000 Jugendliche scheitern an "alter Schule"
Die "alte Schule" ist laut Arbeiterkammer für viele ein "Ort des Scheiterns": Jedes Jahr fliegen laut einer Untersuchung des Instituts für Höhere Studien 10.000 Jugendliche aus dem Bildungssystem. Insgesamt haben 94.100 Österreicher zwischen 15 und 24 Jahren maximal einen Pflichtschulabschluss: Sie haben danach entweder keine weiterführende Schule oder Lehre begonnen oder sind daran gescheitert.
Laut WU-Studie sind drei Faktoren ausschlaggebend dafür, dass Jugendliche die Schule abbrechen, so AK-Wien-Bildungsexpertin Susanne Schöberl. Den wichtigsten Einfluss haben "strukturelle Bedingungen": Die Befragten nannten den Umgang zwischen Schüler und Lehrer als wichtigsten Grund für ihren Misserfolg. Die Lehrer seien zu wenig auf die Schüler eingegangen und hätten zu wenig Zeit, um Lernschwächen auszugleichen. Schulschwänzen sei ohne Folgen geblieben.
Einfluss hat auch das familiäre Umfeld. Haben die Eltern selbst maximal einen Pflichtschulabschluss, ist das Risiko, dass ihr Kind früher Schulabbrecher wird, fünfmal so hoch wie bei Eltern mit höherer Bildung. Die Wahrscheinlichkeit steigt außerdem um das vierfache, wenn die Eltern arbeitslos oder Hilfsarbeiter sind.
Immer stärkere Auswirkungen hat auch der dritte Faktor, die "Peergroup" (Gruppe von Gleichaltrigen), in der sich die Jugendlichen bewegen. Wenn dort Schulschwänzen "in" sei, so Schöberl, gehen diese durch den Gruppenzwang auch nicht mehr in den Unterricht.
AK-Expertin Gabriele Schmid forderte, dass in Österreich jeder ein Recht auf Ausbildung nach Ende der Schulpflicht haben soll. Abschlüsse bis zur Matura müssten kostenlos nachgemacht werden können. Wichtig sei auch eine Fortführung der Schulreform mit Neuer Mittelschule, mehr Ganztagsbetreuung und der frühkindlichen Förderung.













