Popieluszko in Warschau selig gesprochen

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In Warschau ist am Sonntag der vor 26 Jahren vom kommunistischen Geheimdienst ermordete polnische Priester Jerzy Popieluszko (1947-84) seliggesprochen worden. An dem Gottesdienst auf dem Pilsudski-Platz im Stadtzentrum nahmen rund 200.000 Menschen aus dem ganzen Land teil. Der Präfekt der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen, Erzbischof Angelo Amato, leitete die Zeremonie.
Benedikt XVI. würdigte in einer auf die Altarbühne übertragenen Live-Schaltung aus dem Sportpalast im zypriotischen Nikosia, wo der Papst die Messe mit den Patriarchen und Bischöfen des Nahen Ostens feierte, den neuen polnischen Seligen. "Die Kirche Polens ist heute voll Freude wegen der Erhebung von Jerzy Popieluszko zur Ehre der Altäre. Sein Eifer im Dienst für Gott und die Menschen und sein Martyrium sind ein besonderes Zeichen dafür, dass das Gute über das Böse siegt. Möge sein Beispiel und seine Fürbitte den Eifer der Priester entfachen und die Gläubigen mit Liebe erfüllen", sagte der Papst.
Der neue Selige gilt als Symbolfigur des kirchlichen Widerstands gegen die einstigen kommunistischen Machthaber in Warschau. Popieluszko hatte in seinen Predigten Menschenrechtsverletzungen des kommunistischen Regimes angeprangert und die Freiheitsbewegung Solidarnosc unterstützt. Am 19. Oktober 1984 wurde der 37-Jährige von Agenten des kommunistischen Geheimdienstes entführt und ermordet.
Der Mord verstärkte den Widerstand der Bevölkerung gegen das Regime und trug damit zum Fall des Kommunismus fünf Jahre später bei. Popieluszko wird in Polen schon lange als Nationalheld verehrt. Bereits mehr als 18 Millionen Menschen besuchten nach einer offiziellen Schätzung der Kirche sein Grab in Warschau.
Das Seligsprechungsverfahren für Popieluszko war 1997 eröffnet worden. Im Dezember 2009 sprach der Heilige Vater dem Priester den heroischen Tugendgrad zu. Im Fall eines Martyriums ist nach der vatikanischen Ordnung für Seligsprechungen kein separater Wunderprozess nötig.












