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Zuletzt aktualisiert: 20.05.2010 um 16:52 UhrKommentare

Karls "Gymnasium für alle"-Idee entsetzt ÖVP

Foto © APA

Entsetzen in der ÖVP hat am Donnerstag das Eintreten von Wissenschaftsministerin Karl für die "beste einheitliche Schule für alle Zehn- bis 14-Jährigen" ausgelöst. Die Diskussionen in der ÖVP über ein neues Bildungspapier könnten in die Richtung gehen, dass man ein "Gymnasium für alle" ermögliche, so Karl, die darauf mehrere Ordnungsrufe aus ihrer Partei erhielt. Glücklich war dagegen die SPÖ.

ÖVP-Chef Pröll bezeichnete Karls Vorstoß als "persönliche Meinung" der Wissenschaftsministerin. Diese werde "eingebaut in die Diskussion in der ÖVP über ein neues Bildungskonzept, die nicht zu Ende ist, die läuft". Karls Aussagen seien "kein Schwenk in Richtung Gesamtschule, definitiv nicht". Auch Karls Nachfolger als ÖAAB-Generalsekretär, Lukas Mandl, sprach von einer "krassen und isolierten Einzelmeinung".

Am deutlichsten wurden die ÖVP-Lehrergewerkschafter: AHS-Vertreterin Eva Scholik empfahl Karl zu schweigen, Pflichtschullehrer-Vertreter Walter Riegler nannte es einen "ausgesprochenen Skandal", dass eine "Einzelperson" versuche, die Parteilinie zu präjudizieren.

Karl selbst zog nach der Kritik nicht zurück, sondern lobte das "breite Meinungsspektrum" in der ÖVP. Sie sei beauftragt worden, die unterschiedlichen Bildungskonzepte in der Partei zu koordinieren - und sei von Pröll "nicht zurückgepfiffen" worden.

In der SPÖ ist man darüber geschlossen aus dem Häuschen: Unterrichtsministerin Schmied will nun noch in dieser Legislaturperiode eine Entscheidung über die künftige Schulform bei den Zehn- bis 14-Jährigen, Bundesgeschäftsführerin Rudas begrüßte die ÖVP in der "Bildungspolitik des 21. Jahrhunderts".

FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz äußerte den Verdacht, dass Karl vom "Gesamtschul-Virus" befallen sei. BZÖ-Bildungssprecherin Haubner empfahl Karl, sie solle "ihre Phantasie in ihrem Ressort spielen lassen und dort für eine Steigerung des Wissenschaftsbudgets sorgen", ihr Grünen-Pendant Walser äußerte die Hoffnung, dass der "Bildungs-Beton" der ÖVP bröckeln könnte.

Quelle: APA

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