Spanischer Ermittlungsrichter Garzon suspendiert

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Der wegen seiner Ermittlungen zu Verbrechen im spanischen Bürgerkrieg angeklagte Richter Baltasar Garzon ist am Freitag vom Dienst suspendiert worden. Die Entscheidung der Justizaufsichtsbehörde könnte für den 54-Jährigen das Ende seiner Karriere bedeuten. Garzon wird nach einer Beschwerde dreier rechter Gruppierungen vorgeworfen, eine Amnestie für Verbrechen im Bürgerkrieg missachtet zu haben.
Garzons Ermittlungen drehten sich vor allem um den Tod Zehntausender Zivilpersonen, die von Anhängern des Generals Francisco Franco, dem späteren Diktator, ermordet worden sein sollen. Es waren die ersten offiziellen Ermittlungen zu einer Epoche der spanischen Geschichte, die auch heute noch mit Tabus belegt ist.
Mit Tränen in den Augen verließ Garzon am Freitag das Gebäude, Kollegen und Unterstützer umarmten ihn. "Das Volk ist mit dir", skandierten Angehörige der Diktatur-Opfer. "Ich bin unschuldig", hatte er noch Stunden zuvor betont. Bei einem Schuldspruch muss er mit zehn bis 20 Jahren Berufsverbot rechnen.
Garzon hatte 1998 die Festnahme des chilenischen Ex-Diktators Augusto Pinochet erwirkt und sich damit weltweit einen Namen als "Tyrannenjäger" gemacht. Das Verfahren gegen den Richter spaltet die Spanier in zwei Lager. Rechtsgerichtete und konservative Kräfte begrüßten das Vorgehen der Justiz. Dagegen sieht die Linke darin ein "Kesseltreiben" gegen einen Juristen, der sich an das heikle Thema der Vergangenheitsbewältigung herangewagt hat. Auch Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International oder Human Rights Watch ergriffen Partei für den Richter.












