Ohne Geld keine Militärmusik
Steiermark intern: Konzertserie der Militärmusik Steiermark fällt Sparstift zum Opfer. Indes sind die Kosten der Mindestsicherung "unbekannt" und die Obstbauern wehren sich gegen Kritik am chemischen Feuerbrandschutz.

Foto © Reuters/SujetMilitärkapellmeister Hannes Lackner macht sich jetzt auf Sponsorensuche
Ohne Geld ka Musi: Die Finanzmisere beim Heer nagt auch an der Einsatzbereitschaft der Militärmusik Steiermark. Zum ersten Mal seit Jahren fallen heuer die traditionellen (Benefiz-) Frühlingskonzerte aus. Einerseits hat man keinen adäquaten Proberaum, nachdem der alte aus arbeitsmedizinischen Gründen (zu laut) geräumt werden musste. Andererseits sind durch Personalkürzungen von 60 auf 46 Musiker wichtige Instrumentengruppen nicht besetzt. Bisher konnte Militärkapellmeister Hannes Lackner auf Ersatzmusiker aus anderen Bundesländern zugreifen, heuer fallen auch diese Dienstzuteilungen dem vom Ministerium gezückten Sparstift zum Opfer. Aufgespielt wird aber weiterhin, versichert Lackner, und auch sinfonische Konzerte soll es wieder geben. Er hofft, noch im Herbst den neuen Proberaum in der Kirchnerkaserne beziehen zu können. Die Aushilfsmusiker will er durch Eintritte oder Sponsoren finanzieren.
Mindestsicherung
Sozialreferent Siegfried Schrittwieser (SPÖ) wird sich mit der 12-maligen Auszahlung der Mindestsicherung zufriedengeben, wenn es im Landtag dazu keine andere Mehrheit geben sollte. Erstaunlich ist allerdings seine Aussage, dass ihm die Kosten der Mindestsicherung "nicht bekannt" seien. Die grundsätzliche politische Einigung auf Bundesebene darüber gab es immerhin schon Ende 2006. In rund dreieinhalb Jahren hat sich die steirische Sozialbürokratie bei ihren unzähligen - und sehr nützlichen - Kontakten mit Personen der Zielgruppe offenbar nicht einmal einen ungefähren Überblick verschaffen können, wie hoch die Zahl der möglichen Empfänger sein könnte. Das wäre eine Basis für Kostenschätzungen.
Feuerbrand
Eine frisch-saftig-steirische Auseinandersetzung löste der Bericht der Kleinen Zeitung über die Nöte der Obstbauern mit dem gefährlichen Feuerband-Bazillus aus. Der Grüne Lambert Schönleitner ereiferte sich, dass "zehn Prozent aller Äpfel mit Antibiotika behandelt werden". Das erboste Lorenz Spielhofer, Sprecher der Obstbauern. Die Landwirte würden die Baumseuche in der Blütezeit bekämpfen und nicht die Äpfel spritzen. "Zur Blütezeit hängt noch kein einziger Apfel auf dem Baum", bekommt der Grüne "Natur-Nachhilfe". Zusatz: Schönleitner füge der heimischen Obstbranche einen schweren Imageschaden zu.












