Zentralmatura wird ausgeweitet
SP-Unterrichtsministerin Schmied und VP-Bildungssprecher Amon präsentieren ihre Pläne in der Schulpolitik. Kernstück ist die teilzentrale BHS-Matura, die bis 2014 umgesetzt werden soll.

Foto © APASandor Jackal - Fotolia.com
Demonstrative Einigkeit streichen SPÖ und ÖVP in der Schulpolitik hervor: Unterrichtsministerin Schmied und VP-Bildungssprecher Amon präsentierten am Montag die Gesetzesnovellen des ersten Halbjahres, die vor Sommer beschlossen werden sollen. Schmied betonte, "Schritt für Schritt" vorgehen zu wollen, Amon meinte, dass man "Dinge sehr pragmatisch angehen muss, wenn man weiterkommen will".
"Herzstück" der neuen Gesetzesvorhaben ist die neue teilzentrale BHS-Matura, die sich an der im Vorjahr beschlossenen neuen AHS-Matura orientiert. Ab dem Schuljahr 2014/15 soll die schriftliche Reifeprüfung auch an den BHS am gleichen Tag abgehalten werden, in den Fächern Deutsch, Mathematik und lebende Fremdsprache gibt es einheitliche Aufgaben. Außerdem müssen alle BHS-Maturanten im Vorfeld eine "Diplomarbeit" schreiben. Im Frühling 2015 werden damit erstmals alle 45.000 AHS- bzw. BHS-Maturanten am gleichen Tag ihre schriftliche Reifeprüfung absolvieren.
Bei der neuen Matura werde es vermutlich noch zu einer "sozialpartnerschaftlichen Abstimmung" kommen müssen, sagte Amon. So verlangt etwa die Gewerkschaft die Abgeltung des Mehraufwands für die Betreuung der nunmehr verpflichtenden vorwissenschaftlichen Abschlussarbeiten bzw. Diplomarbeiten. Schmied kündigte dazu Gespräche an. Bei diesen werde sie aber auch die Arbeitsentlastung für die Lehrer durch die zentrale Vorgabe der Fragen einbringen.
Generell sieht Schmied "ein Vertrauensverhältnis aufgebaut". Auch bei der Frage der ganztägigen Schulangebote "passt kein Blatt Papier zwischen uns". Einzig beim ÖAAB-Vorschlag einer ganztägigen Verpflichtung zum Schulbesuch für Kinder, die zu schlecht Deutsch sprechen, zeigte sich Schmied skeptisch: Sie halte nichts von einer strafweisen Verpflichtung einzig für Kinder mit Sprachdefiziten.
Features
Zum Thema
TESTLAUF IN DER AHS
Bereits 90 Prozent der AHS nehmen heuer an Testläufen zur Zentralmatura teil.
Bei Reifeprüfungen werden dabei Aufgaben eingesetzt, die vom Bifie entwickelt wurden.
Die Teilnahme der Schulen ist freiwillig, der Schulgemeinschaftsausschuss muss zustimmen. Auch das Interesse, an Feldtests (Erprobung von Beispielen ohne Noten) teilzunehmen, ist hoch, weil die Lehrer so sehen, wo ihre Schüler stehen.

Grafik vergrößernEckpunkte der ReformGrafik © APA













