Das "unerträgliche Lavieren" der Politik
Genau 100 Tage ist Uni-Ministerin Karl im Amt. Rektorenchef Sünkel vermasselt das Jubiläum, indem er das "unerträgliche Lavieren" der Politik bei den Universitäten scharf anprangert.

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Bei den Fachhochschulen (FH) sind die Österreicher international top, bei den Universitäten Flop. Während die Unis bei den großen Rankings regelmäßig unter "ferner liefen" abschneiden, haben die Fachhochschulen bei dem jüngsten Ranking des Zentrums für Hochschulentwicklung im deutschsprachigen Raum Spitzenplätze erreicht. Was läuft da falsch?
Hans Sünkel, Chef der Rektorenkonferenz, findet es "äußerst unfair, die Fachhochschulen zu loben und die Unis zu prügeln". Tatsächlich verfügen die FHs über beschränkte Studienplätze, die durch Aufnahmeverfahren vergeben werden. Für Wissenschaftsministerin Beatrix Karl ist das genau der Beleg, dass auch die Universitäten Zugangsregelungen brauchen. Mit SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied verhandelt die ÖVP-Ministerin über eine sogenannte "Studieneingangsphase" für Massenfächer. Über Studiengebühren redet keiner mehr.
Einzelne Institute und Forscher mögen bereits in der Champions League spielen. Bis das Gros der Universitäten aufsteigt, werden noch sehr viele Jahre vergehen. Der Rektorenchef sieht die Ursache für die Misere in der Politik.
Gestern ist Sünkel der Kragen geplatzt. In einer Pressekonferenz geißelte er das "unerträglichen Herumlavieren" der Politik und das "Gegenseitig-auf-die-Schulter-Klopfen". Der Chef der Grazer TU bemühte Arthur Schnitzler: "Die schönsten Reden werden zum Geschwätz, wenn ihnen keine Taten folgen." Alle bildungspolitischen Vorgaben der Regierung seien in letzter Zeit Monat für Monat verwässert worden.
Ministerin Karl räumte ein, dass sie in den ersten 100 Tagen "keine Schonfrist" genossen habe. "Es war kein Sonntagsspaziergang, aber es taugt mir." Für die nächsten 1200 Tage (bis zum Ende der Legislaturperiode) präsentierte sie eine Reihe von Zielen (siehe Info-Kasten).
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Hans Sünkel, Chef der RektorenkonferenzFoto © AP
Fakten
Abschluss. 38 Prozent der 30-Jährigen sollen bis 2020 einen Hochschulabschluss haben.
Drop-out. Zahl der Studienabbrecher bis 2015 halbieren.
Verteilung. Bis 2015 sollen 60 Prozent der Studenten 30 Prozent der Fächer (derzeit nur zehn Prozent) belegen.
Frau. Bald eine Frau als Rektorin.












