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Zuletzt aktualisiert: 29.04.2010 um 13:50 UhrKommentare

Arbeitslose sollen zu Unternehmern werden

Das Sozialministerium will nun Arbeitslose dazu ermutigen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Ab 1. Mai werden Einzelpersonen bis zu 12.500 Euro, Personengesellschaften bis zu 25.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Arbeitslose sollen zu Unternehmern werden

Foto © Geo Martinez - Fotolia.comArbeitslose sollen zu Unternehmern werden

Ab 1. Mai startet ein Mikrokredit-Programm, das zunächst in Wien und in der Steiermark anlaufen soll und mit 1,4 Millionen Euro dotiert ist. "Dieses Programm soll Menschen ermöglichen zu Geld zu kommen, die eine erfolgversprechende Idee haben, aber keine Chance, zu Geld zu kommen", sagte Sozialminister Hundstorfer (S) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Mit dem Pilotprogramm "Der Mikrokredit" soll die Neugründung, Fortführung, Erweiterung und Übernahme von wirtschaftlich selbstständigen Kleinunternehmen aller Branchen gefördert werden - man gehe aber davon aus, dass solche neuen Unternehmen vor allem im Dienstleistungsbereich entstehen werden, sagte der Geschäftsführer der ÖSB Consulting GmbH Albert Trattner.

Das Sozialministerium stellt Einzelpersonen bis zu 12.500 Euro, Personengesellschaften bis zu 25.000 Euro zur Verfügung. Das bedeutet, dass das vorgesehene Budget höchstens für ein paar Hundert Leute reichen wird. "Es kann uns nichts besseres passieren, als dass wir überrannt werden", sagte Hundstorfer. "Aber aus den Erfahrungen der Vergangenheit wissen wir, dass das nicht der Fall sein wird." ÖSB-Chef Trattner schätzt das Potenzial österreichweit auf etwa tausend Personen. Die vorerst budgetierte Summe von 1,4 Mio. Euro könne bei Bedarf auch ausgeweitet werden, erklärte der Minister. Sobald man die 1,4 Millionen "unters Volk gebracht habe", werde man über die nötigen Erfahrungen aus der Pilotphase verfügen, um das Projekt "blitzartig" auf die anderen Bundesländer auszuweiten.

Schritt in die Selbstständigkeit

Abgewickelt wird das Programm von der Austria Wirtschaftsservice GmbH (AWS), der Förderungsbank des Bundes. AWS-Geschäftsführer Johann Moser skizzierte die Eckpunkte des Mikrokredit-Programms: Der Zinssatz werde "Euribor plus 200 Basispunkte" betragen, derzeit seien das 3,5 bis 3,8 Prozent. Der Zinssatz bleibe während der gesamten Lautzeit - maximal 5 Jahre - fix. Die ersten sechs Monate können tilgungsfrei bleiben, die Rückzahlung erfolgt in gleichen Raten quartalsweise. Bearbeitungsgebühren fallen keine an. Wenn sich ein Unternehmen positiv entwickelt, "können wir in einem zweiten Schritt noch einmal nachdoppeln", so Moser, etwa mit Kreditgarantien oder mit ERP-Kleinkrediten. Der AWS-Chef ermutigte vor allem Frauen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Das heute präsentierte Programm behandle zwar alle gleich, aber das AWS habe die Möglichkeit, Frauen "gendermäßig" besonders zu unterstützen.

Antragsberechtigt sind volljährige EWR-Bürger, Schweizer oder Bürger anderer Staaten, die in Österreich eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausüben können und die seit mindestens sechs Monaten ihren Hauptwohnsitz in Österreich haben. Gegen die Antragsteller dürfen keine Pfändungen oder Konkursverfahren laufen und sie müssen ihren Geschäftsidee hauptberuflich verfolgen.


Fakten

Das Sozialministerium stellt Einzelpersonen bis zu 12.500 Euro, Personengesellschaften bis zu 25.000 Euro zur Verfügung.

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