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Zuletzt aktualisiert: 24.04.2010 um 08:35 UhrKommentare

Dörfler überwacht, Stermann lacht

Landeshauptmann will Teilnahme an Versammlungen kontrollieren. Satiriker gewannen Internet-Wahl.

Umschwärmter Alternativ-LH: Dirk Stermann

Foto © KLZ/KoscherUmschwärmter Alternativ-LH: Dirk Stermann

Rechtlich unzulässige Überwachungsstaat-Methoden wirft der Chef der Personalvertretung der Landesbediensteten, Herwig Rettenbacher, Landeshauptmann Gerhard Dörfler vor. Dieser hatte laut Rettenbacher "entgegen dem Gesetz" verfügt, dass er über jede Versammlung vorher zu informieren ist und jeder Teilnehmer sich durch seine Zeiterfassungskarte registrieren lassen muss. Die Personalvertretung spricht von Einschüchterungsversuch. Sie will die Bediensteten über die Abschaffung des Fahrtkostenzuschusses und der Tagesgebühren informieren. SPÖ-Chef Peter Kaiser stellte sich auf ihre Seite, woraufhin sich das LH-Büro um "Klarstellung" beeilte. Für Dörfler stünden die Rechte der Bediensteten außer Streit, es gehe nur um die Aufrechterhaltung eines geordneten Dienstbetriebes.

Wenn es nach 12.641 Internet-Nutzern geht, wird Dörfler ohnehin abgelöst - von einem Duo. Die Satiriker Dirk Stermann und Christoph Grissemann gewannen die Wahl des alternativen Landeshauptmanns. Das "aktionistische Leuchtzeichen mit Augenzwinkern, aber ernstem Hintergrund" hatte Mike Bernthaler initiiert. Der Unzufriedenheit mit der Politik wolle man mit Netzwerken begegnen. Zur gestrigen Präsentation ins Kulturlokal Raj in Klagenfurt kam nur Stermann. Als Tiroler sei Grissemann schon zurückgetreten: "Wir haben vom BZÖ gelernt und uns getrennt."

Stermann als Deutscher proklamierte "die Verlegung des Regierungssitzes auf die Saualm und der Asylwerber an den Wörthersee auf Kosten Grassers". Die Leute sollten wieder auf Kärnten neidig werden, sagte er und entschwand an die Universität zu einem Auftritt. Mit ihm verflüchtigten sich die meisten Gäste. "Solange Show ist, sind die Leute da, wie es in Kärnten ist" verzweifelte ein junger Mann, der ernsthaft diskutieren wollte.

ANTONIA GÖSSINGER

KLEINE.tv

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