Hunderttausende Polen trauerten um Kaczynski

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Hunderttausende Polen haben am Samstag in Warschau des verstorbenen Präsidenten Lech Kaczynski und der 96 Toten des Flugzeugabsturzes in Russland gedacht. Premier Tusk nannte sprach von der größten Tragödie der polnischen Nachkriegsgeschichte. Kaczynski und seine Frau werden am Sonntag in Krakau beigesetzt. Wegen der Luftraumsperre haben viele Staatsgäste abgesagt, darunter auch Präsident Fischer.
Am Vorabend wurde Kaczynski bei einem Gottesdienst in der Johannes-Kathedrale in Warschau gewürdigt. "Der Verstorbene war ein echter Patriot", sagte Erzbischof Henryk Muszynski, Metropolit von Warschau. Er würdigte Kaczynski als einen "tief gläubigen" Mann. Die Särge des Präsidenten und seiner Frau sollen am Sonntagmorgen nach Krakau gebracht werden.
Dort wollen am Sonntag zahlreiche ausländische Spitzenpolitiker und Staatsoberhäupter den Opfern die letzte Ehre erweisen. Allerdings macht die Aschewolke eines isländischen Vulkans weite Teile des europäischen Luftraums unpassierbar. Die Flughäfen in Polen waren am Samstag geschlossen. Bundespräsident Fischer sagte am späten Samstagabend seinen Besuch ab. Auch US-Präsident Obama sowie die deutsche Kanzlerin Merkel werden nicht anreisen. Insgesamt haben bisher 17 Staaten für Sonntag abgesagt.
Bei den Feierlichkeiten standen Kaczynskis Zwillingsbruder Jaroslaw und Marta, die Tochter des verunglückten Präsidentenpaares, gefasst vor einer Bühne, auf der ein Altar aufgebaut war. Zu Beginn des Gottesdienstes wurden die Namen aller 96 Opfer der Katastrophe verlesen. Polen hatte bei dem Absturz Spitzenpolitiker, hohe Offiziere und führende Geistliche verloren.
Die Menschen strömten seit dem frühen Morgen durch die Straßen Warschaus zum Pilsudski-Platz. Viele der Trauernden trugen Blumen und die rot-weiße Nationalflagge, hielten Plakate mit einem Foto Kaczynskis in die Höhe. Ein Meer von Blumen umsäumte die Bühne. Hinter dem Altar, auf einer großen schwarzen Leinwand hingen die Fotos aller 96 Verunglückten.













