Tausende Polen nehmen Abschied vom Präsidentenpaar

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Weiter lange Schlangen vor dem Sarg des ums Leben gekommenen polnischen Präsidenten: Tausende Polen sind auch in der Nacht auf Mittwoch und am frühen Morgen zu den aufgebahrten Särgen von Lech Kaczynski und seiner Frau Maria gepilgert. Die Wartezeit vor dem Präsidentenpalast in Zentrum von Warschau betrage mehrere Stunden, berichtete der Fernsehsender TVN24.
Viele Trauerende knien kurz nieder, und legen Blumen vor die Särge. Der Amtssitz des Präsidenten soll für die Besucher bis zum Wochenende zugänglich sein. Am Samstag ist eine Trauerzeremonie in Warschau für alle 97 Opfer des tragischen Flugzeugunglücks in Westrussland geplant, bei dem das Präsidentenpaar und zahlreiche Funktionäre von Staats und Armee umkamen. Bisher sind 64 Tote des Unglücks identifiziert. Moskauer Medien zufolge ist ein Pilotenfehler für den Absturz verantwortlich.
Am Sonntag wird das Präsidentenpaar auf der Wawel-Burg in Krakau (Krakow) beigesetzt. Vorher soll vor der Krakauer Marienkirche ein Trauergottesdienst stattfinden. Die Entscheidung der Kirchenbehörden, den Präsidenten in der nationalen Grabstätte neben Königen, Staatsmännern und Nationaldichtern beizusetzen, stieß in Polen nicht nur auf Zustimmung. In Krakau hatten am Dienstagabend mehrere hundert Menschen gegen Krakau als Kaczynski-Grabstätte demonstriert.
Die Verstorbenen sollen in einer Krypta der Wawel-Kathedrale neben Marschall Jozef Pilsudski (1867-1935) die letzte Ruhe finden. Pilsudski hatte zur Wiederherstellung des unabhängigen polnischen Staates nach dem Ersten Weltkrieg 1918 entscheidend beigetragen und gilt als beliebtester polnischer Politik des 20. Jahrhunderts. Er kam allerdings nach einem Staatsstreich an die Macht, und die Opposition und Aufstände von Ukrainern und Weißrussen wurden zu seiner Zeit mit polizeistaatlichen Mitteln brutal teils bekämpft.













