Kirgistan ringt weiter um Lösung
Kurz vor geplanten Verhandlungen mit Bürgerrechtlern forderte der entmachtete Staatschef Kurmanbek Bakijew erneut "Sicherheit für mich und meine Familie". Die Übergangsregierung hatte direkte Verhandlungen mit Bakijew abgelehnt.

Foto © APDer Noch-Präsident Kirgistans Kurmanbek Bakijew
Eine Woche nach dem blutigen Umsturz in der zentralasiatischen Republik Kirgistan ringen die politischen Kräfte weiter um eine Lösung für den gestürzten Präsidenten. Er sei "kompromissbereit", sagte der 60-Jährige nach Angaben kirgisischer Medien am Mittwoch in Jalalabad im Süden des Landes. In der politischen Hochburg von Bakijew sollten am Mittag (Ortszeit) die Gespräche mit Bürgerrechtlern beginnen.
Er sei bereit, "unter gewissen Bedingungen" offiziell von seinem Amt zurückzutreten, sagte Bakijew nach Angaben der Agentur Akipress. Im Gegenzug forderte er erneut Sicherheitsgarantien. Die neue kirgisische Führung unter Rosa Otunbajewa hat gegen einen von Bakijews Brüdern und gegen seinen Sohn Maxim Haftbefehle wegen Mordes erlassen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, für die mehr als 80 Toten und mehr als 1600 Verletzten bei dem Volksaufstand vor einer Woche verantwortlich gewesen zu sein. Bakijew sagte, dass sich seine Söhne Maxim und Marat bereits außer Landes befänden. Er selbst lehne politisches Asyl im Ausland ab.
Prozess gefordert
Bakijew soll sich vor Gericht verantworten. In der Hauptstadt Bischkek lehnte Übergangsregierungschefin Rosa Otunbajewa Immunität für Bakijew am Mittwoch erneut ab. Bakijew und die von ihm in der Regierung beschäftigten Familienmitglieder sollten sich vor Gericht für das Blutbad vor einer Woche mit mehr als 80 Toten verantworten. Das sagte Otunbajewa nach Angaben der Agentur Interfax. Zuvor hatte Bakijew Sicherheit für sich und seine Familie im Austausch für seinen offiziellen Rücktritt gefordert.
Der russische Präsident Dmitri Medwedew hatte bei seinem Aufenthalt in Washington vor der Gefahr eines Bürgerkrieges in Kirgistan gewarnt. Medwedew forderte alle Beteiligten auf, für Stabilität im Land zu sorgen. Russland und die USA hatten dem Land Hilfe angeboten.












