Deutscher Minister will Numerus clausus abschaffen

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Der deutsche Gesundheitsminister Rösler will wegen drohenden Ärztemangels den Zugang zum Medizinstudium erleichtern. Er will die "Abschaffung des Numerus clausus und eine stärkere Berücksichtigung von Auswahlgesprächen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Der Numerus clausus hat in den vergangenen Jahren zu einem Andrang deutscher Medizinstudenten in Österreich geführt.
Dadurch wurden in Österreich Aufnahmetests durchgeführt. Bei den Tests am 9. Juli zeichnet sich eine Rekordteilnehmerzahl an den heimischen Medizin-Unis ab. An der Medizin-Uni Wien meldeten sich 5.571 Studienwerber persönlich an, in Innsbruck waren es 2.715. In Wien stammen zwei Drittel der Bewerber aus Österreich und ca. ein Drittel aus der restlichen EU (fast alle aus Deutschland), in Innsbruck ist es umgekehrt.
Derzeit gilt eine Ausnahmeregelung für das Medizin-Studium in Österreich mit der EU, wonach 75 Prozent der Plätze für Studenten mit österreichischem Maturazeugnis, 20 Prozent für EU-Bürger und fünf Prozent für Nicht-EU-Bürger reserviert sind. Es endet aber 2012, denn diese Quoten widersprechen eigentlich der Gleichbehandlung aller EU-Bürger. Die EU-Kommission hatte allerdings im Jahr 2007 wegen der großen Zahl deutscher Numerus-Clausus-Flüchtlinge an Österreichs Medizin-Unis ein Moratorium gewährt und kein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet.
Der Notendurchschnitt allein sage nichts darüber aus, ob jemand ein guter Arzt werde, sagte der deutsche Gesundheitsminister Rösler, der selbst ausgebildeter Mediziner ist. "Ich finde, da kommt es noch auf ganz andere Faktoren an. So spielt die Fähigkeit zur menschlichen Zuwendung eine große Rolle."
Einen erheblichen Ärztemangel sieht Rösler schon jetzt in Deutschland auf dem Land. Hier sei die "gefühlte Unterversorgung" viel größer, als es die Statistiken auswiesen. Zudem sei jeder zweite Allgemeinmediziner über 55 Jahre alt. Über ein verändertes Zuteilungsverfahren für die Medizin-Studienplätze müssten allerdings die deutschen Bundesländer befinden, gab Rösler zu bedenken.












