Kirchenkritiker gespalten zu Klasnic-Kommission

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Die Einsetzung einer Kommission unter dem Vorsitz der steirischen Ex-Landeshauptfrau Klasnic zur Klärung der Missbrauchsfälle in Kirchenkreisen ist unterschiedlich aufgenommen worden. "Kirche In"-Herausgeber, Pfarrer Rudolf Schermann, und die SPÖ sehen in Klasnic die falsche Besetzung. "Wir sind Kirche" ist skeptisch und die "Laieninitiative" streut der Opferbeauftragten vorab Rosen.
Für Schermann ist die Einsetzung der Kommission unter Klasnic "der typische Versuch, die ganze Sache auf eine ungefährliche Schiene zu stellen". Man könne von der durch Kardinal Christoph Schönborn eingesetzten Opferbeauftragten, die kirchlich sehr eingebunden sei, keine Unabhängigkeit erwarten. "Für mich ist Klasnic strikt abzulehnen", so Schermann.
SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim kritisiert Klasnic ebenfalls als "unabhängige Opferbeauftragte". Sie sei inakzeptabel, weil nicht unabhängig und auch keine Juristin, bemängelte er im ORF-Radio. Jarolim wünscht sich - laut ORF-Teletext - den früheren Verfassungsgerichtshofs-Präsidenten Korinek als Kommissionsleiter. Dieser sagte allerdings umgehend ab.
Der Vorsitzende von "Wir sind Kirche", Hans Peter Hurka, sieht in Klasnics Wahl einen "Schritt, der ein Stück weit hinausführt aus dem engeren Kreis der Kirchenleitung". Trotzdem weiß der Kirchenkritiker nicht, warum sich die ehemalige Landeshauptfrau gerade für die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle auszeichne. Ein Schwerpunkt müsse auf Prävention gelegt werden, Reformmaßnahmen in der Kirche seien unumgänglich.
Am meisten Freude über Klasnic herrscht bei Ex-Volksanwalt Herbert Kohlmaier von der "Laieninitiative". "Ich glaube schon, dass es ein guter Schritt ist. Ich kenne Klasnic seit vielen Jahren. Sie ist couragiert und korrekt." Der ehemalige ÖVP-Politiker erwartet sich viel von seiner Parteikollegin, vor allem, dass "Pauschalverurteilungen", die gegen die Kirche gerichtet sind, nun abnehmen. Auch bei der Besetzung der Kommission vertraut Kohlmaier Klasnic. Lob gibt es aber auch für Schönborn: "Er geht hier den Weg der Aufklärung."













