Keine Strafverfolgung vieler Milosevic-Minister
Die meisten Minister der letzten Regierung des früheren serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic haben sich nach einem Medienbericht jeder Strafverfolgung entzogen. Obwohl schon vor neun Jahren gegen 16 Minister vom Staat Strafanzeige wegen Korruption und Amtsmissbrauch gestellt worden war, sei bisher kein einziger rechtskräftig verurteilt worden, berichtete die Belgrader Zeitung "Blic".
"Das Staatsvermögen wurde ohne Folgen verschleudert", titelte das Blatt. Nach Darstellung der Zeitung "Press" konnten viele führende Funktionäre des Milosevic-Regimes große Summen ins Ausland schaffen und in ihre private Taschen abzweigen, ohne dass sie zur Rechenschaft gezogen wurden. Zahlreiche zunächst blockierte Bankkonten in der Schweiz seien von den dortigen Behörden wieder freigegeben worden, weil Serbien keine Strafverfahren gegen deren Besitzer eröffnet hatte. So habe der ehemalige Regierungschef Mirko Marjanovic wieder über 1,25 Millionen Schweizer Franken (rund 875.000 Euro) verfügen können.
Milosevic hatte das Land über zehn Jahre nahezu unumschränkt regiert und war einer der Hauptverantwortlichen für die Kriege beim Auseinanderbrechen Jugoslawiens. Er war 2006 im Gefängnis des Haager UNO-Kriegsverbrechertribunals an einem Herzinfarkt gestorben, ehe sein Prozess zu Ende geführt werden konnte. Engste Gefolgsleute aus seiner mitregierenden SPS (Sozialistische Partei Serbiens) sind heute wieder als Minister und führende Staatsbeamte in Amt und Würden. Das Milosevic-Regime war Ende 2000 gestürzt worden.












