Skinhead-Reportage: Keine "Sieg Heil"-Rufe
In einem Interview behauptet einer der beteiligten Skinheads der "Am Schauplatz"-Reportage, dass er bei der Polizei falsch ausgesagt habe. Er hätte nie "Sieg Heil" gerufen, die Polizei hätte ihn unter Druck gesetzt.

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Einer der beiden Skinheads aus der politisch umstrittenen "Am Schauplatz"-Reportage hat zwar in einem "Kurier"-Interview bestätigt, der Polizei "Sieg Heil"-Rufe bei einer Wahlveranstaltung von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gestanden zu haben. Dies sei allerdings auf Druck der Ermittler geschehen und entspreche nicht der Wahrheit, beteuerte er gegenüber dem Blatt (Samstag-Ausgabe). Der Jugendliche sagte außerdem, der ORF hätte mehr als 100 Euro an die Skinheads gezahlt, zudem seien sie von der Redaktion eingekleidet worden.
Die FPÖ hatte dem ORF unter anderem vorgeworfen, den beiden Skinheads 80 Euro für "Nazi-Sager" angeboten zu haben. Der Jugendliche bestätigte im Interview eine derartige Behauptung vor der Polizei: "Ich weiß. Aber das ist eine Falschaussage. Der Ed (Reporter Eduard Moschitz, Anm.) hat uns kein Geld für bestimmte Sager angeboten."
Mit U-Haft gedroht
Auch der Ausruf "Sieg Heil" sei bei der Strache-Kundgebung in Wiener Neustadt nie gefallen: "Ich habe den beiden Polizisten vierzig Mal erklärt, dass es nicht so war. Vier Stunden haben die mich einvernommen." Schließlich hätten die Beamten dem Jugendlichen und der Freundin des anderen Skinheads mit U-Haft gedroht: "Wir können das Spiel gern weiterspielen, haben sie gemeint, aber wenn ihr nicht kooperiert, dann werdet's euch anschauen. Also hab' ich halt gesagt, was sie hören wollten."
Dem ORF widersprach der Skinhead, dass es lediglich 100 Euro für die beiden für die Abtretung der Persönlichkeitsrechte gegeben habe, was bereits mehrmals vonseiten des Unternehmens betont worden war. "Wir haben für die Drehs sicher mehr als zwei Mal 100 Euro bekommen. Insgesamt waren es schon an die 700 Euro." Auch das "einschlägige G'wand" habe der Redakteur bezahlt. "Wir wurden richtig eingekleidet", so der Skinhead in dem "Kurier"-Interview.
ORF dementiert
ORF-Kommunikationschef Pius Strobl bezweifelt die Glaubwürdigkeit jenes jugendlichen Skinheads, der behauptet hatte, vom ORF für eine Reportage "richtig eingekleidet" worden zu sein und mehr als nur 100 Euro für die Abgeltung der Persönlichkeitsrechte bekommen zu haben. Demgegenüber würden die Aussagen eines "ausgezeichneten ORF-Redakteurs" sowie die Aufzeichnungen der Buchhaltung stehen, hieß es Samstag gegenüber der APA. Strobl sprach von "abgesprochenen Inhalten" der Protagonisten, die jetzt beginnen würden, widersprüchlich zu werden, "weil sie sich nicht mehr erinnern können".












