Missbrauchsfälle heizen politische Debatte an

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Die sich häufenden Missbrauchsfälle in der römisch-katholischen Kirche haben eine Debatte über die Verjährung solcher Delikte sowie über eine Anzeigepflicht losgetreten. Nach der SPÖ hat am Freitag auch ÖVP-Obmann Pröll laut über schärfere Regelungen wie eine Anzeigepflicht für Kirchenleute nachgedacht. Seine eigene Justizministerin, Claudia Bandion-Ortner, winkte allerdings ab.
Pröll kann sich eine Anzeigepflicht für Seelsorger und Kirchenmitarbeiter vorstellen, sollte ein Verdacht auf Missbrauch bestehen: "Das könnte auch ein Ansatz sein." Derzeit unterliegen nur Ärzte und Behörden der Anzeigepflicht. Bandion-Ortner hat hingegen mit einer solchen Anzeigepflicht "Probleme", ebenso wie mit Forderungen zur Verlängerung der Verjährungsfristen, wie sie am Freitag etwa vom Familienbund kam. "Wir haben in Österreich schon sehr lange Verjährungsfristen", so die Ministerin.
Die rechte Opposition nutzte die Debatte für rigorosere Forderungen: Eine "medizinische Kastration" für die Täter verlangte etwa FPÖ-Chef Strache neben einer Verlängerung oder Abschaffung der Verjährung und einer Anzeigepflicht. BZÖ-Chef Bucher und Peter Westenthaler sprachen sich neben dem Entfall der Verjährungsfristen und einer generellen Anzeigenpflicht für höhere Strafrahmen und eine für jeden einsehbare Sexualstraftäterdatei aus. Grünen-Justizsprecher Steinhauser will hingegen die Prävention und den Opferschutz in den Mittelpunkt der politischen Debatte stellen.
Kardinal Christoph Schönborn übte sich unterdessen in Reue, die Kirche müsse Anfeindungen derzeit aushalten, sagte er. Er rief seine Mitarbeiter dazu auf, nicht in Selbstmitleid zu vergehen, dies sei "unangebracht". Die Kirche plane hinsichtlich der Prävention von Missbrauchsfällen bereits weitere Maßnahmen, die man in den kommenden Wochen umsetzen wolle, kündigte der Kardinal an.
Derweil werden die Pläne und Vorsätze der Kirche weiter von der Realität eingeholt. In Salzburg meldeten sich nach dem Bekanntwerden eines Missbrauchsfalles in der Erzabtei St. Peter und dem Rücktritt des Erzabtes weitere Opfer von sexuellen Übergriffen durch Kirchenvertreter, ebenso wie in Linz und Feldkirch.













