Priester trat nach Missbrauch in Steiermark zurück

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Jener mittlerweile im Burgenland tätige Priester, der in den späten 1970er und 80er Jahren in der Steiermark bis zu zwanzig Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts sexuell missbraucht oder belästigt haben soll, hat sein Amt niedergelegt. Das teilte der burgenländische Diözesanbischof Iby mit. Unterdessen machte sich Kardinal Schönborn Gedanken über die Ursachen des sexuellen Missbrauchs.
Bischof Iby zeigte sich über die bekanntgewordenen Missbrauchsfälle "erschüttert". Der Betroffene sei vor 25 Jahren in den Dienst der Diözese Eisenstadt eingetreten. Er war seit mittlerweile zehn Jahren in zwei südburgenländischen Pfarren als Priester tätig. Zum Zeitpunkt seines Eintritts in den Dienst der Diözese sei der diözesanen Leitung "nichts über die Vorfälle bekanntgewesen", erklärte Iby.
Erst vor zehn Jahren habe er von Vorwürfen gegenüber dem betroffenen Priester erfahren und damals eine Therapie angeordnet, die dieser auch absolviert habe. Zum damaligen Zeitpunkt sei von vier Fällen die Rede gewesen, so der Bischof. Der Diözesanbischof betonte den "gemeinsamen Willen aller Bischöfe", sämtlichen Fällen von sexuellem Missbrauch durch kirchliche Mitarbeiter in der Vergangenheit in aller Offenheit zu begegnen: "Wir bitten alle Opfer um Verzeihung und ermutigen sie, sich zu melden."
Der wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Vorarlberg nach Tirol versetzte Priester wurde mittlerweile beurlaubt. Zudem werde in der Diözese eine Kommission gebildet, die von sich aus nach möglichen Missbrauchsfällen suchen soll, sagte ein Sprecher der Diözese Innsbruck am Mittwoch der APA. Der 74-jährige Seelsorger soll im Bregenzer Zisterzienser-Kloster Mehrerau zwischen 1970 und 1982 mehrere Jugendliche missbraucht haben.
Kardinal Schönborn will nun nach den Ursachen für sexuellen Missbrauch in der Kirche forschen. Für den Wiener Erzbischof gehört dazu neben der Frage der Priestererziehung genauso die des Zölibats, sagte er in der aktuellen Ausgabe von "thema kirche", dem Mitarbeitermagazin der Erzdiözese. Erneut kritisierte er, dass die Opfer oft übersehen würden, "ja womöglich noch irgendwie der Mitschuld verdächtigt".
Über mögliche Ursachen schreibt der Kardinal wörtlich: "Dazu gehört die Frage der Priestererziehung genauso wie die Frage nach dem, was in der 68er-Generation mit der 'sexuellen Revolution' geschehen ist. Dazu gehört das Thema Zölibat genauso wie das Thema Persönlichkeitsentwicklung. Und dazu gehört eine große Portion Ehrlichkeit, in der Kirche, aber auch in der Gesellschaft."
Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) und die FPÖ forderten am Mittwoch eine Verlängerung der Verjährungsfristen für diesen Tatbestand.












