Irak steht schwierige Regierungsbildung bevor

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Dem Irak dürfte nach der von Terroranschlägen überschatteten Parlamentswahl eine langwierige und komplizierte Regierungsbildung bevorstehen. Angesichts der Zersplitterung der politischen Landschaft könnten sich Koalitionsverhandlungen nach Einschätzung von Beobachtern Monate hinziehen. Die Wahlbeteiligung lag unter der von 2005, war aber höher als bei den vorjährigen Provinzratswahlen.
62,4 Prozent der Wahlberichtigten haben laut Wahlkommission trotz der nschlagsdrohungen des Terrornetzwerks Al-Kaidahätten ihre Stimme abgegeben. 2005 waren es 76 Prozent gewesen.
Voraussichtlich würden am Donnerstag erste Resultate kundgemacht werden, sagte der Kommissionschef. Keines der Wahlbündnisse dürfte eine Mehrheit in dem aus 325 Abgeordneten zusammengesetzten Parlament erlangen. Insgesamt waren 6.291 Kandidatinnen und Kandidaten im Rennen.
Die "Allianz für den Rechtsstaat" um den amtierenden Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki und dessen konservative schiitische Dawa-Partei propagiert einen starken Zentralstaat und einen Mittelweg zwischen säkularer und religiös beeinflusster Politik. Bedrängt werden dürfte Malikis Bündnis von der schiitisch dominierten und pro-iranischen "Irakischen Nationalallianz", angeführt vom "Obersten Islamischen Rat" (SIIC) und den Anhängern des radikal anti-westlichen Geistlichen Muktada al-Sadr. Auf der anderen Seite steht das "Al-Irakiya"-Bündnis (Nationaler Block) unter Führung von Ex-Premier Iyad Allawi, einem säkular ausgerichteten Schiiten, und dem sunnitischen Politiker Saleh al-Mutlak.
Nach unbestätigten Angaben aus den nördlichen Provinzen konnte die neue kurdische Liste Goran ("Wandel") im Autonomiegebiet der Kurden zulegen. Die beiden etablierten Parteien, die Demokratische Partei Kurdistans von Regionalchef Massoud Barzani und die Patriotische Union Kurdistans des irakischen Staatspräsidenten Jalal Talabani, sollen aber gemeinsam weiterhin die Mehrheit haben.












