Millionen afghanischer Kinder ohne Schulerziehung
In Afghanistan können nach Angaben von Präsident Karzai noch immer fünf Millionen Kinder nicht zur Schule gehen. Neben dem Mangel an Bildungseinrichtungen und der Armut der Eltern seien Anschläge und Bedrohungen durch die islamistischen Taliban die Gründe, sagte das Staatsoberhaupt am Samstag bei einer Veranstaltung anlässlich des Beginns des neuen Schuljahres.
Karzai appellierte an die Aufständischen, die Attacken auf Schulen einzustellen. Während des Taliban-Regimes (1996-2001) war Mädchen der Schulbesuch verboten, der Unterricht für Buben orientierte sich an den Vorgaben für Koranschulen. Nach dem Sturz der Taliban durch eine US-geführte Militärinvasion brannten Aufständische hunderte Schulen nieder und griffen Lehrer wie auch Schüler an. Mit 600 derartigen Vorfällen allein im Jahr 2009 wurde nach Angaben der Vereinten Nationen der bisherige Höchststand erreicht.
Nach Angaben des afghanischen Erziehungsministeriums besuchen derzeit rund acht Millionen Kinder eine Schule, davon 40 Prozent Mädchen. Insgesamt gebe es etwa 13 500 Schulen. 2002 seien es noch etwa eine Million Schüler - nur Burschen - gewesen, die an rund 3000 Schulen unterrichtet wurden.












