Für Fischer sind Benes-Dekrete "schweres Unrecht"

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Ungewöhnlich scharf hat Bundespräsident Fischer die Benes-Dekrete kritisiert, die nach dem Zweiten Weltkrieg zu Enteignung und Vertreibung von Millionen Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei führten. Diese seien ein "schweres Unrecht", das im Zuge des Lissabon-Vertrages nicht von anderen europäischen Staaten "legalisiert" worden sei.
Die Tatsache, dass seitens Tschechiens als Voraussetzung für seine Unterschrift unter den Lissabon-Vertrag die Bedingung gestellt wurde, die Europäische Grundrechts-Charta in der Tschechischen Republik nicht zu übernehmen, hat "auf die Benes-Dekrete in Wahrheit keine Auswirkung", so Fischer gegenüber der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich.
Fischer will sich "weiterhin bemühen, an der Aufarbeitung dunkler Stunden unserer Geschichte mitzuarbeiten" und dafür eintreten, dass die Menschenrechte respektiert und hochgehalten werden. In einer EU stünden die Chancen dafür wesentlich besser, als im Europa des 20. Jahrhunderts", schrieb Fischer anlässlich des Gedenkens an den 4. März 1919. Damals waren bei friedlichen Demonstrationen für das Selbstbestimmungsrecht und den Verbleib bei Österreich 54 Menschen in der Tschechoslowakei erschossen worden.
Trotz der tragischen Ereignisse in den Jahrzehnten nach dem ersten Weltkrieg müsse man sich bemühen, die "Gräben der Vergangenheit" zu schließen und dazu beitragen, dass sich die Fehler von damals nicht wiederholen, so Fischer. "Wir dürfen Konflikte und Auseinandersetzungen nicht leugnen oder beschönigen. Wir sollten aber auch nicht stehen bleiben in unseren Bemühungen, Gegensätze aus der Vergangenheit zu überwinden und aufeinander zuzugehen", unterstrich der Bundespräsident.













