Abendschule soll wie Studium organisiert werden
Eine Gesetzesnovelle des Unterrichtsministeriums soll einen Hauch Universität an die Abendschulen bringen: Künftig sollen jene rund 18.000 Personen, die dort ihre Matura oder andere Bildungsabschlüsse nachholen, nicht mehr in Klassen unterrichtet werden, sondern - wie an einer Hochschule - in einem Kurssystem einzelne Module absolvieren können. Damit gibt es keine Klassenwiederholungen mehr.
Abendschüler an den rund 80 Standorten sollen künftig pro Semester voneinander unabhängige Modul-Zeugnisse erwerben. Nach positivem Abschluss des Moduls "Deutsch 1" kann ein Schüler bereits "Deutsch 2" besuchen, obwohl er das Modul "Mathematik 1" noch nicht abgeschlossen hat. Negative Noten können durch Einzelprüfungen ausgebessert werden. Um den Bildungsgang abschließen zu können, müssen alle Module sowie die abschließenden Prüfungen positiv sein.
Die Novelle, die am Mittwoch in Begutachtung geschickt wurde, sieht außerdem eine verbesserte Anerkennung von Zeugnissen vor. Zusätzlich sollen Schüler selbst erworbene Kenntnisse durch "Modulprüfungen" anrechnen lassen können. Außerdem wird durch elektronische Lernplattformen die Möglichkeit zu "Fernstudien" verbessert.
Als Probelauf für die Modularisierung von AHS oder Berufsbildenden Höheren Schulen will man das Projekt im Büro von Unterrichtsministerin Schmied keinesfalls verstanden wissen. Dies seien zwei völlig unterschiedliche Dinge. Durch die Novelle sollen Abendschüler "unkomplizierter, besser und ihrer beruflichen Lebenssituation entsprechend einen Schulabschluss nachholen" können, so Schmied. Mit dem Schuljahr 2010/11 soll die Umstellung starten und 2011/12 an allen Schulen abgeschlossen sein.













