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Zuletzt aktualisiert: 02.03.2010 um 14:33 UhrKommentare

"Attentäter sind keine Märtyrer, sondern Sünder"

Ein führender Islamgelehrter geißelt öffentlich den Terror. Ihre Ansichten über den Märtyrertod hätten Muslime bisher nicht ausreichend angezweifelt, schreibt der Gelehrte.

Foto © AP

Ein einflussreicher Islamgelehrter hat muslimische Selbstmord-Attentäter als Ungläubige bezeichnet. Sie seien "für die Hölle bestimmt", sagte Tahir al-Kadri, Anführer einer weltweiten Muslim-Bewegung am Dienstag in London. Seine "Fatwa" (islamisches Rechtsgutachten) gegen den Terror entkräfte die radikale Deutung des Islam durch Terrorgruppen wie Al-Kaida. Islamische Terrorgruppen seien ein "altes Übel mit einem neuen Namen". Ihre Ansichten über den Märtyrertod hätten Muslime bisher nicht ausreichend angezweifelt, schreibt der Gelehrte.

"Täter sind Ungläubige"

Der Islam verbiete Selbstmordanschläge und er verbiete Massaker an unschuldigen Bürgern, heißt es in Al-Kadris "Fatwa". "Die Täter erweisen sich als völlig unfolgsam gegenüber dem Islam, mit anderen Worten: Sie sind Ungläubige." In der 600-seitigen "Fatwa" wolle der Islamgelehrte theologische Argumente für junge Islamisten liefern, die der Rhetorik von Al-Kaida verfallen könnten.

Experten bezeichneten Al-Kadris Gutachten als Meilenstein. Es sei die bisher umfassendste theologische Widerlegung des radikalen Islam. Der britische Staatsminister für Kommunales - selbst Muslim - bezeichnete die "Fatwa" mit Blick auf die Anschläge muslimischer Selbstmordattentäter vom 7. Juli 2005 in London als "eindeutige und unmissverständliche Botschaft". Die vier Attentäter "sind keine Märtyrer auf dem Weg zum Himmel, sondern Sünder", sagte Shahid Malik. Die vier jungen Männer seien "einer verzerrten und irregeführten Interpretation des Islam" gefolgt.


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