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Zuletzt aktualisiert: 24.02.2010 um 19:55 UhrKommentare

Wie sich Ex-Spitzenpolitiker eine goldene Nase verdienen

Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel, die frühere EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner und Altkanzler Franz Vranitzky müssen sich auch nach dem Ende ihrer politischen Karriere keine finanziellen Sorgen machen.

Franz Vranitzky, Benita Ferrero-Waldner und Wolfgang Schüssel

Foto © AP/APA/APFranz Vranitzky, Benita Ferrero-Waldner und Wolfgang Schüssel

Dem ÖVP-Abgeordneten und Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel - seit Ende 2008 Frühpensionist mit monatlich gut 11.000 Euro - winkt ein lukratives Nebengeschäft. Er wird Ende April Aufsichtsrat des deutschen Energieriesen und Atomstromkonzerns RWE, der in Österreich etwa zu 49 Prozent an der Kärntner Energieholding oder auch am OMV-Projekt der Nabucco-Pipeline beteiligt ist. "Das ist eine ehrenvolle Aufgabe", lässt Schüssel ausrichten. Der Ex-Kanzler, der seit April 2007 auch im Kuratorium der deutschen Bertelsmann-Stiftung sitzt, sei vor ein paar Tagen gefragt worden, ob er den Job, der normalen Aufsichtsräten laut Geschäftsbericht 2008 zwischen 125.000 und 217.000 Euro im Jahr gebracht hat, übernehmen wolle.

Eine ähnliche Karriere hat zu Monatsbeginn die frühere EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner beim deutschen Rückversicherungsriesen Munich RE gemacht. Sie kann dort mit einer Vergütung von jährlich bis zu 95.000 Euro rechnen, falls das Geschäft gut läuft. Vermutlich wird sich jetzt mancher Leser denken: Spitzenpolitiker müsste man gewesen sein. Das stimmt finanziell und trifft etwa auch auf Altkanzler Franz Vranitzky zu. Der Sozialdemokrat sitzt seit Juni 1997 im Aufsichtsrat der Magna International von Frank Stronach. Dort hatte er 2008 ein Jahressalär von rund 155.000 Euro kassiert.

Politische Super-Kontakte zahlen sich eben aus. So bereist etwa Rechtsanwalt Norbert Steger, (1983-1987 FPÖ-Vizekanzler) noch immer mit rotem Diplomatenpass die Welt. Er ist unter anderem persönlicher Wirtschaftsberater des 1999 verstorbenen jordanischen König Hussein II. gewesen.

Aber auch Ex-Minister sind nach ihrer Karriere häufig gefragte Querverbinder der Wirtschaft: Wie zum Beispiel Ex-Verkehrsminister Rudolf Streicher(SPÖ), der auch für Magna aktiv war und seit 2007 beim auf riskante Geschäfte spezialisierten Hedgefonds Superfund Aufsichtsrat ist. Oder Ex- Innenminister Karl Schlögl: Der rote Bürgermeister von Purkersdorf (Niederösterreich) privatisiert seit 2001 wieder und ist seit 2004 Aufsichtsrat beim Glückspielkonzern Novomatic aus Bad Vöslau.

WOLFGANG SIMONITSCH

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