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Zuletzt aktualisiert: 22.02.2010 um 10:31 UhrKommentare

Nato tötet bei Luftangriff 33 Zivilisten

Erneut sind bei Nato-Operationen in Afghanistan zahlreiche Zivilisten getötet worden. Mindestens 33 Menschen starben nach afghanischen Angaben in der Provinz Dai Kundi durch einen Luftangriff.

Foto © Reuters

Bei einem NATO-Luftangriff in Zentralafghanistan sind Regierungsangaben zufolge 33 Zivilisten getötet und zwölf verletzt worden. Unter den Toten waren demnach vier Frauen und ein Kind. Die Besatzung der Maschine habe die Passagiere von drei Kleinbussen im Grenzgebiet der Provinzen Uruzgan und Daykundi am Sonntag fälschlicherweise für Aufständische gehalten, teilte die Regierung in Kabul am Montag mit. Der Kommandant der Afghanistan-Schutztruppe ISAF, Stanley McChrystal, drückte am Montag sein Bedauern über den Vorfall aus.

Scharf verurteilt

Das afghanische Kabinett verurteilte den schwersten Angriff auf Zivilisten seit Monaten "in schärfster Form" und nannte ihn "unverantwortlich". Der Ministerrat rief die NATO-geführte Internationale Schutztruppe ISAF in einer Mitteilung des Präsidentenpalastes vom Montag erneut eindringlich dazu auf, größtmögliche Vorsicht walten zu lassen. Der Vorfall könnte das Vertrauen der afghanischen Bevölkerung in die ausländischen Truppen weiter schwächen. Nach ISAF-Angaben war der Luftangriff nicht Teil der seit Mitte Februar laufenden Großoffensive gegen die Taliban in der Nachbarprovinz Helmand.

ISAF-Kommandant McChrystal drückte dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai sein "Leid und Bedauern über den tragischen Vorfall" vom Sonntag aus. "Wir sind zutiefst betrübt über den tragischen Verlust unschuldigen Lebens", sagte McChrystal der ISAF-Mitteilung vom Montag zufolge. "Ich habe unseren Soldaten klar gemacht, dass wir hier sind, um die afghanischen Menschen zu schützen, und dass das versehentliche Töten oder Verletzen von Zivilisten ihr Vertrauen und ihren Glauben in unsere Mission untergräbt. Wir werden unsere Anstrengungen, dieses Vertrauen wiederzugewinnen, erneut verdoppeln." Die ISAF machte keine Angaben zur Zahl der zivilen Opfer bei dem Vorfall.

Appell an die Konfliktparteien

Karzai hatte die Truppen bereits zu Beginn der Großoffensive in der Provinz Helmand am vorvergangenen Samstag dazu aufgerufen, vorsichtig vorzugehen. Auch die Vereinten Nationen hatten an die Konfliktparteien appelliert, Unbeteiligte zu schützen. Nach Beginn der Operation "Mushtarak" (Gemeinsam) waren dennoch zwölf Zivilisten getötet worden, als zwei ISAF-Raketen das Haus einer Familie trafen. McChrystal hatte sich bereits damals bei Karzai entschuldigt und einen besseren Schutz der Zivilisten angekündigt. Trotzdem waren am Montag vergangener Woche bei einem Luftangriff der ISAF erneut fünf Zivilisten getötet worden.


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