14.000 Zivilisten sind auf der Flucht
Eine Woche nach Beginn der Großoffensive meldet das afghanische Militär erste Erfolge im Kampf gegen die Taliban. Die Situation der Zivilisten hat sich jedoch drastisch verschlechtert.

Foto © APAZivilisten flüchten aus der Region Marjah
Die internationalen und die afghanischen Truppen haben bei ihrer Offensive gegen die Taliban einen Teilerfolg erzielt: 600 afghanische Polizisten drangen ins Zentrum von Marjah im Süden des Landes vor, teilte die Nato mit. Die afghanischen Polizisten stehen "im Zentrum von Marjah, auf dem Markt", sagte General Muhaidin Ghori, der Befehlshaber von 4400 afghanischen Soldaten. Die Fahndung nach Taliban halte an. Die Polizisten sollen in Marjah den zivilen Wiederaufbau absichern, unter anderem den Bau von Schulen. Für die afghanischen Sicherheitskräfte und die ausländischen Truppen ist es hoch kompliziert, das Gebiet unter Kontrolle zu bekommen. An vielen Stellen installierten die Taliban Sprengfallen.
Friedensgespräche abgelehnt
Seit Beginn der Offensive "Mushtarak" (Gemeinsam) wurden 13 Soldaten, 15 Zivilisten und 51 Taliban getötet. Die Versorgungslage der Bevölkerung hat sich nach Angaben von Hilfsorganisationen drastisch verschlechtert. Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass 14.000 Zivilisten auf der Flucht sind.
Indes haben die Taliban ein neues Angebot von Präsident Hamid Karzai für Friedensgespräche abgelehnt. "Karzai ist eine Marionette, die keinen Staat oder eine Regierung repräsentieren kann", erklärte ein Taliban-Sprecher. "Karzai versinkt in Korruption und ist von Kriegsfürsten umgeben, die sich selbst bereichern", sagte Qari Mohammad Yousuf weiters.













