Diözese Linz will Wagners Aussagen "zurechtrücken"

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Die Diözese Linz hat am Sonntag die Aussagen des Windischgarstener Pfarrers Gerhard Maria Wagner zur Erdbebenkatastrophe in Haiti "zurechtgerückt", wie es in der Kathpress hieß. Die heutige katholische Theologie halte es für "völlig unangebracht und für unverantwortlich", Naturkatastrophen als "Strafe Gottes" für unmoralisches Verhalten der Opfer zu interpretieren.
Naturkatastrophen heute "mit einem Strafhandeln des Schöpfergottes" in Verbindung zu bringen, wäre "Ausdruck einer geradezu zynischen, fundamentalistischen Bibelinterpretation", bekräftigte der Linzer Generalvikar Severin Lederhilger. Durchaus "legitim und nützlich" sei es indes, die Frage zu stellen, ob Menschen selbst durch ihr Verhalten und Handeln Mitverursacher solcher Katastrophen sind: "Wenn die Natur in ihrer Gesetzmäßigkeit nicht entsprechend respektiert wird, kann das negative Folgen für Menschen haben."
In Haiti sind nach Kathpress-Angaben 80 Prozent der Bewohner Katholiken, dazu kommen rund zehn Prozent weitere christliche Konfessionen. Der "Voodoo"-Kult habe offiziell nur wenige Anhänger, einzelne religiöse Praktiken, die aus dieser Tradition kommen, fänden sich in breiteren Schichten der Bevölkerung, die darin keinen Widerspruch zum christlichen Glauben sähen. Es gebe aber Experten, die die von manchen genannten hohen Prozentzahlen an "Voodoo"-Anhängern mangels gesicherter Quellen bezweifelten.
Wagner hatte gegenüber dem "Kurier" im Zusammenhang mit dem verheerenden Erdbeben in Haiti auf die dort gebräuchlichen religiösen Praktiken verwiesen. Auf die Frage, ob die Katastrophe das Werk eines strafenden Gottes sei, antwortet er: "Das weiß ich nicht. (...) Aber es ist schon interessant, dass in Haiti 90 Prozent Anhänger von Voodoo-Kulten sind." Wagner, dessen später rückgängig gemachte Ernennung zum Linzer Weihbischof sich am Sonntag erstmals jährte, tritt überdies für eine Volksbefragung über ein Minarett-Verbot ein.












