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Zuletzt aktualisiert: 27.01.2010 um 21:51 UhrKommentare

Die Steiermark als Bildungshochburg

Im Gefolge der neuen Wissenschaftsministerin sind die Steirer in Sachen Wissenschaft und Bildung eine Macht.

Neo-Ministerin Beatrix Kar hat ein starkes Gefolge in der Steiermark

Foto © ReutersNeo-Ministerin Beatrix Kar hat ein starkes Gefolge in der Steiermark

Als diese Woche Wissenschaftsminister Johannes Hahn seiner Nachfolgerin Beatrix Karl die Schlüssel zum Ministerium übergab, hat sich die Steiermark endgültig in den Sattel der Wissenschafts-, Forschungs- und Bildungspolitik Österreichs gesetzt. "Ihr Steirer habt ja längst die Macht übernommen", wird einem - nur halb scherzhaft - in den Ministerien zugeraunt. Und tatsächlich besetzen Steirer wichtige Schlüsselpositionen in Wien. So übernimmt die Ministerin schon einmal ihren Kabinettschef von Vorgänger Hahn, den Steirer Elmar Pichl.

Karl ist künftig aber nicht nur für die Universitäten, sondern eine Reihe anderer Forschungseinrichtungen zuständig, wie etwa die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Welche Personalreserve die Steiermark hat, zeigt sich am Beispiel ÖAW sehr gut: An die Spitze der Akademie hätte im Frühjahr der Grazer TU-Rektor Hans Sünkel treten sollen. Das kam nicht zustande, weil Sünkel lieber in Graz bleiben wollte. Für ihn sprang quasi der Grazer Pathologie-Professor Helmut Denk ein. Sünkel selber ist seit Anfang des Jahres Vorsitzender aller österreichischen Rektoren, der Grazer Uni-Rektor Alfred Gutschelhofer leitet den wichtigen Fachbereich "Unis und Finanzen".

Forschungsrat an Karls Seite

Der Ministerin zur Seite steht ein Forschungsrat, an dessen Spitze mit Knut Consemüller eine Art "Beutesteirer" sitzt (Böhler-Uddeholm). In den letzten Jahren wurden die Empfehlungen des Rates von der Regierung in vielen Fällen angenommen. Consemüller ist nebenher übrigens auch der Vizevorsitzende des Steirischen Forschungsrates.

Auch eine Art "Beutesteirer" ist der Wahl-Ausseer Hannes Androsch mit seinen vielfältigen Verflechtungen in die grüne Mark. Er präsidiert das Forschungszentrum Seibersdorf, neuerdings AIT genannt. In der Christian-Doppler-Gesellschaft (Forschungsinstitute) ist Bruno Hribernik (Böhler-Uddeholm) Vizepräsident, im Kuratorium sitzt Josef Appenzeller (AVL).

Chef des Aufsichtsrates der "Elite-Uni" ISTA in Gugging bei Klosterneuburg ist der gebürtige Kapfenberger und Böhler-Chef Claus Raidl, ihm zur Seite steht der Initiator und Wiener Paradephysiker Anton Zeilinger. Den Forschungsfonds für Grundlagenforschung (FWF) wiederum führt der Grazer Professor Christoph Kratky an. Ein Gutteil der Uni-Forschung geht über diesen Fonds. Den geplanten gemeinsamen Verein der Technischen Universitäten Österreichs wird der Leobener Rektor Wolfhard Wegscheider präsidieren.

Auch im Bildungsbereich geben Steirer in Österreich den Takt vor: Peter Härtel ist Vorsitzender der Schul-Reformkommission, ihm zur Seite steht Bernd Schilcher. Nicht zuletzt den beiden ist zu verdanken, dass in der Bildungsdebatte die Steiermark schon lange bundesweit als Vorreiter gilt.

NORBERT SWOBODA

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