Türkei fürchtet Referendum in Österreich nicht
Ankara hat vor einer möglichen Volksabstimmung in Österreich über einen EU-Beitritt der Türkei keine Angst. "Ich fürchte mich nicht", sagte der türkische Europaminister und EU-Chefverhandler Bagis im Gespräch mit der APA in Wien. "Im Gegenteil: ich begrüße die Herausforderung, ein Referendum hier in Österreich zu sehen."
Bagis, der wegen des Hofburg-Balls mit dem diesjährigen Motto "Istanbul - Europäische Kulturhauptstadt 2010" am Samstagabend in Wien weilte, erläuterte: Wenn es in Österreich zu einem Referendum komme, werde die Türkei alle Verhandlungskapitel abgeschlossen haben. "Die Türkei wird dann ein sehr anderes Land sein, und auch die Union wird eine sehr andere sein." Wenn die Verhandlungen abgeschlossen seien, werde sich viel wandeln: "Ich glaube, dann werden die Österreicher versuchen, die öffentliche Meinung in der Türkei davon zu überzeugen, für die EU zu stimmen."
"Die Kosten, die Türkei nicht in der EU zu haben sind viel höher, als die Kosten, die Türkei in der EU zu haben - für Österreich und für alle EU-Mitgliedsländer", so Bagis. Derzeit fokussiere die Türkei auf die Verhandlungen. "Der Prozess der Verhandlungen ist wichtiger als das Endresultat, weil es Europa hilft, einen sehr stabilen und starken Alliierten zu gewinnen. Es hilft auch uns, das Land in ein demokratischeres, florierenderes, stabiles Land zu verändern. Das ist eine Win-Win-Situation", betonte Bagis.
Ziel der Verhandlungen könne aber einzig der EU-Beitritt sein. Eine privilegierte Partnerschaft lehnt der Europaminister vehement ab. Die Türkei finde diesen Begriff beleidigend, so Bagis.













