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Zuletzt aktualisiert: 22.01.2010 um 22:28 UhrKommentare

Mozart, Wien und Kängurus

Bundespräsident Heinz Fischer wirbt mit seinem Besuch in China für Wirtschaft und Wissenschaft aus Österreich. Aber was wissen Chinesen wirklich von uns? Eine Umfrage zeigt: Die Klischees dominieren.

Dirigent Georges Pretre und die Wiener Philharmoniker beim diesjährigen Neujahrskonzert

Foto © APADirigent Georges Pretre und die Wiener Philharmoniker beim diesjährigen Neujahrskonzert

Im Wienerwald, da gibt es Bäume. Allerdings nur ein paar wenige, die weit auseinander stehen und vom Großstadtstaub graue Blätter bekommen haben. "Vienna Forest Villa" ist der Name einer noblen Wohnanlage in der Boommetropole Shanghai. Auch in anderen Teilen Chinas gibt es Baukomplexe mit österreichischem Namen. Die Namen, die sich die Bauherren für die Vermarktung ausgedacht haben, verraten einiges über das chinesische Bild von Österreich: Schön muss es dort sein. Aber da man eigentlich nichts Genaues weiß, nimmt niemand daran Anstoß, dass die Architekten dem Gebäudestil nach zu urteilen nie im Wienerwald gewesen sind.

Klassische Musik

Einer Umfrage zufolge assoziieren Chinesen mit Österreich in erster Linie klassische Musik, Wien und das Neujahrskonzert. Rund einem Drittel fallen außerdem Mozart, die Alpen und der Wiener Walzer ein. Aus Sicht des Tourismus mag das positiv sein - die Zahl der chinesischen Besucher wächst mit zweistelligen Raten. Doch für andere Branchen haben die Klischeevorstellungen schwere Auswirkungen.

Wenig bekannte Marken

So klagen etwa österreichische Technologieunternehmen, die in China Geschäfte machen wollen, dass "Made in Austria" in China einen weitaus geringeren Vertrauensbonus hat als etwa "Made in Germany". Politische Versuche, das Image neu zu formen, etwa durch den Bau von Wirtschafts- und Wissenschaftszentren, waren bisher nicht von großem Erfolg gekrönt. Ein Problem liegt darin, dass Österreich über wenige große Markennamen verfügt. So beschränkt sich das Repertoire auf Swarovski und Red Bull. Der Aufputschdrink ist immerhin so beliebt, dass es Nachahmungen gibt. Musikalisch ist Österreich dagegen für die Chinesen die Stradivari unter den Nationen.

Allerdings bringen viele Chinesen fremde Länder häufig durcheinander. So halten Kinder Kängurus nicht selten für ein österreichisches Tier - denn "Audili" (Österreich) klingt ähnlich wie "Audaliya" (Australien). Da außerhalb Chinas nach traditioneller Sichtweise ohnehin nur Barbaren leben, kommt es schon vor, dass man sie manchmal schlicht verwechselt.

BERNHARD BARTSCH, PEKING

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