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Zuletzt aktualisiert: 21.01.2010 um 13:57 UhrKommentare

Europäisches Jahr der Armutsbekämpfung startet

Foto © APA

In Wien hat am Donnerstag das Kick Off zum Europäischen Jahr zur Armutsbekämpfung stattgefunden. Das ganze Jahr über sollen zahlreiche Veranstaltungen und Projekte das Thema ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken, denn laut Statistik Austria sind rund eine Million Österreicher armutsgefährdet.

Kritisch zum Aktions-Jahr äußerte sich dabei Marcel Fink von der Universität Wien: "Der Erfolg steht und fällt mit der Umsetzung in den Mitgliedsländern." Fink vom Institut für Staatswissenschaften erklärte: "Es verhält sich ähnlich wie mit der europäischen sozialen Agenda insgesamt. Auf Gemeinschaftsebene werden häufig sehr allgemein formulierte gemeinsame Ziele formuliert. Ob und wie diese Ziele verfolgt werden, entscheidet sich jedoch vor allem auf nationalstaatlicher Ebene." Die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung sei jedenfalls ein "politisches Projekt", betonte er.

In Österreich sind 12,4 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet, das sind 1.018.000 Personen. Gegenüber dem Jahr 2007 ist das ein Anstieg um zwölf Prozent, erklärte die Soziologin Ursula Till-Tentschert von der Statistik Austria. Sechs Prozent der Österreicher lebte im Jahr 2008 in manifester Armut. Das heißt, sie können es sich nicht leisten, die Wohnung angemessen warm zu halten oder etwa jeden zweiten Tag Fleisch zu konsumieren.

Die EU stellt Kofinanzierungsmittel in der Höhe von insgesamt 17 Mio. Euro für Aktivitäten auf europäischer und nationaler Ebene zur Verfügung. Für Österreich sind es laut Sozialministerium rund 250.000 Euro. 60 Projekte zum Thema "Teilhabe am gesellschaftlichen Leben" wurden insgesamt eingereicht, davon werden nun 16 von gemeinnützigen Organisationen gefördert. Die Eröffnungsveranstaltung zu den österreichischen Aktivitäten mit Bundespräsident Fischer, Vertretern der Europäischen Kommission und Sozialminister Hundstorfer findet am 22. Februar in Salzburg statt.

Quelle: APA

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