Kasachisches Geheimtreffen mit Alijew in Wien?
Der kasachische Außenminister Kanat Saudabajew soll sich mit dem ehemaligen Botschafter seines Landes in Österreich, Rakhat Alijew, geheim in Wien getroffen haben. Das berichtet die Tageszeitung "Der Standard" (Donnerstag) unter Berufung auf "sichere Quellen". Die Begegnung fand demnach zu Wochenbeginn statt. Die kasachische Vertretung in Wien dementierte am Mittwoch die Informationen.
Alijew, der sich seit Monaten im europäischen Ausland verborgen hält, sei dafür kurz nach Österreich zurückgekommen, hieß es in dem Zeitungsbericht. "Absolut unwahr", sagte ein Botschaftsrat auf Anfrage des "Standard". Vertrauenswürdige Quellen, die sich mit dem Fall Alijew befassen, wiederum versicherten das Gegenteil, so das Blatt.
Kasachastans Führung hatte zweieinhalb Jahre lang ihren früheren mächtigen Mann als Schwerkriminellen behandelt. In Abwesenheit war der Ex-Geheimdienstchef, Vizeaußenminister und Botschafter in Österreich zu insgesamt 40 Jahren Haft verurteilt worden.
Die Nachricht von dem Geheimtreffen mit dem 46-Jährigen komme für Kasachstan äußerst ungelegen, schreibt der "Standard". Der zentralasiatische Staat feierte am Mittwochabend in der Hofburg die Übernahme des Vorsitzes bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Auf den großen außenpolitischen Prestigeerfolg des autokratisch regierten Landes falle nun erneut der Schatten der Alijew-Affäre.
Nach Einschätzung von Beobachtern hat die kasachische Führung mit dem Geheimtreffen in Wien selbst offenbart, dass der Fall des früheren Schwiegersohns von Staatspräsident Nursultan Nasarbajew - Alijew war bis zu seiner Entmachtung 2007 mit der ältesten Tochter des Präsidenten verheiratet - im Wesentlichen politisch motiviert ist.












