Polen will "Auschwitz-Dieb" vor Gericht stellen
Der mutmaßliche schwedische Drahtzieher des Diebstahls der Aufschrift "Arbeit macht frei" in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz, Anders Högström, soll nach dem Willen der Krakauer Staatsanwaltschaft in Polen vor Gericht gestellt werden. Zwei polnische Tatverdächtige hätten den Mann als den Auftraggeber des Diebstahls erkannt, meldete die Polnische Presse-Agentur PAP.
Die Behörde habe eine 14-tägige Haft für den Schweden beantragt. Nach der Zustimmung des Gerichts solle "unverzüglich" ein europäischer Haftbefehl ausgestellt werden. Der historische Schriftzug "Arbeit macht frei" war vom Eingangstor der Gedenkstätte in der Nacht zum 18. Dezember entwendet worden. Vier polnische Diebe wurden drei Tage später festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. In mehreren Interviews für schwedische und polnische Zeitungen gab Högström zu, als Vermittler fungiert zu haben. Er wollte angeblich die Beute weiter verkaufen. Der 34-Jährige soll laut Medienberichten bis 1999 die Nationalsozialistische Front (NSF) geleitet haben, aber später aus der Nazi-Szene ausgestiegen sein.
Der stählerne Schriftzug "Arbeit macht frei", der über den Einfahrten zahlreicher deutscher Konzentrationslager angebracht war, gilt als zynisches Symbol für die Gräueltaten der Nazis, die Millionen Menschen ermordeten. Im KZ Auschwitz und dem benachbarten Vernichtungslager Birkenau im besetzten Polen haben die Nationalsozialisten zwischen 1940 und 1945 mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet. Die meisten Opfer waren Juden.













