Bürgermeister in Mordprozess schwer belastet
Im Prozess um das Massaker an 57 Zivilisten auf den Philippinen hat ein Zeuge schwere Vorwürfe gegen den angeklagten Bürgermeister erhoben. Andal Ampatuan junior, Angehöriger einer der einflussreichsten Politikerfamilien, habe mit seinem Sturmgewehr persönlich auf Opfer gefeuert, die vor ihm knieten und um ihr Leben flehten, sagte der Zeuge Rasul Sangki.
Bei dem Massaker waren im November auf der Insel Magunidanaio, 930 Kilometer südlich von Manila, Angehörige und Anwälte eines politischen Rivalen Ampatuans sowie mehr als zwei Dutzend Journalisten ermordet worden. Ampatuan beteuert seine Unschuld.
Sangki belastete auch den Vater des Angeklagten schwer. Ampatuan senior war Gouverneur der Provinz Magunidanao und wurde inzwischen des Amtes enthoben. Ampatuan junior habe während des Massakers über Funk mit seinem Vater gesprochen und Rückendeckung für den Massenmord bekommen. Sangki war Stellvertreter von Ampatuan junior. Er habe vergeblich versucht, seinen Chef zurückzuhalten, sagte er.
Die Opfer wollten die Kandidatur eines Politikers für das Amt des Gouverneurs offiziell anmelden. Ampatuan junior wollte seinen Vater aber selbst im Amt beerben und soll den Konvoi zusammen mit mehr als 100 Bewaffneten überfallen haben. Die Ampatuan-Familie war eng mit Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo verbündet. Die philippinische Justiz steht seit Jahren wegen mangelnder Unabhängigkeit und Käuflichkeit am Pranger.












