Italien arbeitet an nationalem Integrationsplan für Ausländer
Ausgelöst durch die rassistischen Unruhen gegen Saisonarbeiter, hat sich die Regierung Berlusconi viel vorgenommen. Mit dem Plan soll jegliche Form von Intoleranz und die Ausnutzung von Migranten bekämpft werden.

Foto © APABrutale Attacken auf Saisonarbeiter in Rosarno
Nach den rassistischen Unruhen in der süditalienischen Kleinstadt Rosarno plant die Regierung Berlusconi einen nationalen Plan für die Ausländerintegration. Der Plan soll in den nächsten Wochen vorgestellt werden, erklärte Sozialminister Maurizio Sacconi. Damit solle jegliche Form von Intoleranz gegen Ausländer, sowie die Ausnutzung von illegal beschäftigten Migranten bekämpft werden.
Migranten im Auffanglager
Rund 2.000 afrikanische Migranten haben seit Beginn der Unruhen am Donnerstagabend Rosarno verlassen. Die meisten von ihnen wurden in Auffanglagern in Kalabrien untergebracht. Die Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung sollen ausgewiesen werden, erklärte Innenminister Roberto Maroni. Am Montag wurden eine Ex-Fabrik und einige verlassene Gebäude abgerissen, die die Saisonarbeiter als Notunterkünfte benutzt hatten.
Die Bewohner der 15.000-Seelen-Gemeinde Rosarno planen am Montagnachmittag eine Demonstration. Sie wollen damit den Vorwurf des Rassismus gegenüber den Einwanderern zurückweisen. "Die Bürger Rosarnos verwerfen die Verletzung der afrikanischen Migranten und jegliche Form von Gewalt. Wir weisen den Vorwurf des Rassismus zurück. Wir verlangen von den Behörden mehr Sicherheit. 20 Jahre lang haben wir mit den afrikanischen Tagelöhnern zusammen gelebt", sagte der Sprecher eines Bürgerkomitees in Rosarno.
Tagelöhner werden ausgenutzt
Gewerkschaften und Linksparteien reagieren geschlossen auf die rassistischen Übergriffe in Rosarno. Der Gewerkschaftsverband CGIL verlangte eine landesweite Offensive gegen die Schwarzarbeit unter Migranten. Die CGIL rief am Montag die Landwirtschaftsverbände zu einer "massive Aktion zur Bekämpfung der Schwarzarbeit" auf den süditalienischen Feldern auf, wo Migranten mittels Hungerlöhnen ausgenutzt werden. Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten afrikanische Migranten bis zu 15 Stunden für 25 Euro. Hinter der Ausnutzung der Tagelöhner stecke meistens die Mafia, die sich mit dem Menschenhandel bereichere.













