Kages muss Ambulanzbetrieb kürzen
Kages-Spitäler kosten das Land 584 Millionen Euro. Bei Kosten für die Ambulanzen klafft ein Loch von 164,3 Millionen. Der Patientenansturm soll nun um zehn Prozent in Ordinationen umgeleitet werden.

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Die Sitzung der Landesregierung wird besonders teuer. Denn es sollen Hunderte Spitals-Millionen rollen. Konkret geht es um die Wirtschaftspläne für 2010 in der Spitälergesellschaft Kages und in der neuen Kages-Immobiliengesellschaft (KIG). Der diesbezügliche Antrag von Spitalslandesrätin Bettina Vollath gießt die Misere um die Spitalsfinanzen in Zahlen.
Demnach muss das Land für seine Spitäler 2010 583,6 Millionen Euro ausgeben. Aufgebracht werden diese Mittel "durch die Verwertung der der Krankenanstaltengesellschaft übertragenen Liegenschaften und Objekte", also durch Einmal-Erlöse, die nicht wiederholbar sind. Die Kages-Chefs rund um Werner Leodolter sind für das Debakel aber nicht verantwortlich: Sie haben sogar nach Kräften gespart, wie aus dem 165 Seiten starken Wirtschaftsplan hervorgeht.
Durch "Kostendämpfungsmaßnahmen" werden sie 52 Millionen Euro weniger verbrauchen, als vom Land ursprünglich zugebilligt. Der Preis dafür sind verschobene Investitionen und ein eng geschnürtes Personal-Korsett. Dennoch kann man aus den Plänen herauslesen, wie sehr es im Gebälk der Spitäler kracht. Die Umsetzung des Wirtschaftsplans werde "nur unter gemeinsamen großen Anstrengungen" gelingen, steht in dem Papier. Alle Mitarbeiter werden "verpflichtet, bestmöglich zu wirtschaften und Verbesserungspotenziale zu finden".
Ambulanzkosten
Eine offene Wunde stellt die Kostenexplosion bei den Ambulanzen dar. So kostete der Ambulanzbetrieb aller Kages-Spitäler im Vorjahr 219,6 Millionen Euro, während für diese Leistungen von den Kassen nur 55,3 Millionen Euro bezahlt wurden. Der Deckungsgrad lag bei 25 Prozent, auf 164,3 Millionen blieb die Kages sitzen. 1996 lag der Deckungsgrad noch bei über 39 Prozent. Im stationären Bereich wird dagegen relativ stabil ein Deckungsgrad von 69 Prozent erreicht.
Den Kages-Chefs ist der starke Besuch der Ambulanzen ein Dorn im Auge. Der "extramurale Bereich" - also die niedergelassenen Ärzte - könne "die ihm vom Gesetzgeber zugedachten Aufgaben offensichtlich nicht voll abdecken", steht tadelnd im Kages-Wirtschaftsplan. Nun wird versucht, die Patientenflut einzudämmen: Für 2010 gilt im Uni-Klinikum das offizielle Ziel, "die Ambulanzfrequenzen um circa 10 Prozent gegenüber dem bisherigen Trend zurückzunehmen". Als erster Schritt wurden Plakate aufgehängt, die an die Patienten appellieren, sich an Ordinationen zu wenden.












