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Zuletzt aktualisiert: 10.12.2009 um 12:19 UhrKommentare

Italien plant Atomkraftwerk nahe der Kärntner Grenze

Kommt ein neues Krsko? Italien plant den Bau von Atomkraftwerken in Nähe der österreichischen Grenze. Ein AKW soll in in Chioggia nahe Venedig errichtet werden, ein weiteres bei Triest. In Italien regt sich Widerstand.

Silvio Berlusconi plant ein Atomkraftwerk nahe Österreichs Grenze

Foto © ReutersSilvio Berlusconi plant ein Atomkraftwerk nahe Österreichs Grenze

Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi bekommt erste Widerstände gegen seine Pläne zu spüren, die Energiegewinnung aus Atomkraft in seinem Land zu reaktivieren. Der Präsident der Region Veneto, Gianfranco Galan, bestritt am Donnerstag, dass Italiens erstes Atomkraftwerk in Chioggia - ca. 30 km Luftlinie von Venedig entfernt - errichtet werden könnte, wie die Regierung Berlusconi laut einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" plant.

"Wegen der Bodenbeschaffenheit kann man im Veneto keine Atomkraftwerke errichten. Ich glaube daher, dass andere Gebiete für die Atomprojekte gewählt werden müssen", sagte Galan, der Berlusconis Mitte-rechts-Allianz angehört.

Auch Nahe Triest soll ein AKW gebaut werden.

Chioggia steht laut "Corriere della Sera" auf der Liste der italienischen Ortschaften, in denen die Regierung Berlusconi neue Atomkraftwerke errichten will und die bis zum 15. Februar veröffentlicht werden soll. Die Grünen behaupten, die vom Stromkonzern Enel erstellte Liste bereits in die Hände bekommen zu haben. Der Liste zufolge sollen weitere Atomkraftwerke im friaulischen Monfalcone (25 km nordwestlich von Triest), in Caorso in der Region Emilia Romagna (auf halber Strecke zwischen Mailand und Bologna) und im piemontesischen Trino Vercellese (50 km östlich von Turin) errichtet werden.

Weitere Ortschaften, in denen laut der von den Grünen veröffentlichten Liste Atomkraftwerke gebaut werden könnten, sind Montalto di Castro (40 km östlich von Monte Argentario) und Borgo Sabotino (70 km südöstlich von Rom) in der Region Latium, Garigliano (170 km südöstlich von Neapel), Oristano auf Sardinien und Palma auf Sizilien (20 km südöstlich von Agrigent). Insgesamt plant die Regierung Berlusconi aber "nur" vier Atomkraftwerke.

Der italienische Industrieminister Claudio Scajola bestritt, dass die Regierung Berlusconi bereits die Ortschaften gewählt habe, in denen die Atomkraftwerke errichtet werden sollen. Die Liste werde erst im Frühjahr veröffentlicht. Der Umweltschutzverband Legambiente bezeichnete die Atomkraftpläne der Regierung eine "Provokation" angesichts des laufenden UNO-Weltklimagipfels in Kopenhagen. Es sei unverantwortlich, ein Atomkraftwerk unweit von Venedig zu planen.

Der Präsident der italienischen Grünen, Andrea Bonelli, betonte, dass die Regierung die Liste der Orten für die Errichtung der neuen Atomkraftwerke aus Angst vor Protesten und vor negativen Auswirkungen bei den Regionalwahlen im kommenden März noch nicht veröffentlicht habe. In Wahrheit habe der Stromkonzern Enel, der mit der französischen Gesellschaft Electricite de France die Atomkraftwerke bauen soll, bereits in den vergangenen Monaten die Ortschaften gewählt, auf denen die AKW errichtet werden sollen.

Quelle: APA

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