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Zuletzt aktualisiert: 07.12.2009 um 16:44 UhrKommentare

Papst macht Kindesmissbrauch in Irland zum Thema

Papst Benedikt XVI. hat hohe Vertreter der katholischen Kirche in Irland nach Rom bestellt, um mit ihnen über den Kindesmissbrauch in ihrer Kirche zu sprechen.

Papst Benedikt XVI.

Foto © APPapst Benedikt XVI.

Ein 700-Seiten-Bericht der katholischen Kirche hatte dargelegt, dass mehr als 300 Kinder unter ihrer Obhut wiederholt missbraucht worden waren und Priester diese Zustände vertuschten.

"Ich kann mitteilen, dass der Heilige Vater Kardinal Sean Brady, den Präsidenten der irischen Bischofskonferenz und den Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, zu einem Treffen am Freitag in Rom eingeladen hat", sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Montag. Der Papst wolle sich bei dem Treffen über das "schmerzliche Ereignis" informieren. Die Richterin Yvonne Murphy hatte mit ihrem Team in einer Veröffentlichung dargelegt, wie die Kinder zwischen 1975 und 2004 missbraucht worden waren und wie die Kirchenoberen damit umgegangen waren.

Keine Zweifel

Die sogenannte Murphy-Kommission hatte erklärt, dass es keinen Zweifel daran gebe, dass die Geschehnisse von der Erzdiözese Dublin und anderen Verantwortlichen vertuscht worden seien. Insbesondere der Bischof von Limerick, Donal Murray, war von der Kommission kritisiert worden. Der Bischof hatte einen Rücktritt allerdings kategorisch abgelehnt. Brady hatte dagegen am Samstag alle, die im Murphy-Report namentlich genannt worden waren, aufgefordert, schnell zu reagieren, was als Rücktrittsforderung an Murray interpretiert worden war. Medienberichten vom Montag zufolge ist er bereits nach Rom gereist, um Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt anzubieten.

In dem 700-Seiten-Bericht war auch die Rolle des Staates und der Polizei geprüft worden. Die Kommission hatte drei Jahre an der Untersuchung gearbeitet. Erst im Mai war ein Sonderbericht veröffentlicht worden, der offenlegte, dass in der Katholischen Kirche in Irland tausende Kinder misshandelt und missbraucht wurden.


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