Hunderttausende bei Anti-Berlusconi-Demo erwartet
Eine große Kundgebung gegen den italienischen Regierungshef Silvio Berlusconi ist für Samstag in Rom geplant. RAI überträgt die Demo nicht live.

Foto © APADas breite Lachen könnte dem Regierungschef vergehen...
Mit 350.000 Teilnehmern rechnen die Organisatoren der großen Demonstration gegen den italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi, die am morgigen Samstag in Rom geplant ist. An der Demonstration wollen sich mehrere Spitzenpolitiker der Opposition, Intellektuelle und Künstler beteiligen. Für Proteste sorgte der Beschluss der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI, die Demonstration am Samstagnachmittag im Gegensatz zu anderen Großkundgebungen der letzten Jahre nicht live zu übertragen. Die Opposition sprach von "Zensur".
"Berlusconi, tritt zurück!" lautet das Motto der Veranstaltung, zu der eine Gruppe regierungskritischer Blogger auf der Internet-Plattform Facebook aufgerufen haben. Der Initiative haben sich Gewerkschaften, einige Linksgruppierungen und die Oppositionspartei "Italien der Werte" um den Ex-Staatsanwalt Antonio Di Pietro angeschlossen. Auch prominente Vertreter der Demokratischen Partei (PD, Italiens stärkste Oppositionspartei) wollen an der Demonstration teilnehmen. Die Opposition ist jedoch wegen der Demonstration gespalten. Die PD-Spitze unterstützt die Protestkundgebung nicht.
700 Busse und vier Sonderzüge sollen Demonstranten aus ganz Italien nach Rom bringen. Geplant sind Ansprachen des Literatur-Nobelpreisträgers Dario Fo, des Verfassungsrechtlers Domenico Gallo und von Salvatore Borsellino, Sohn des 1992 von der Mafia ermordeten Staatsanwalts Paolo Borsellino. "Die Demonstration soll ein großes Fest für Familien und Jugendliche mit viel Musik werden", versprachen die Organisatoren des Protests.













