Türken und Syrer sollen Geld aus Schweiz abziehen
Aus Protest gegen das Schweizer Bauverbot für Minarette haben die Türkei und Syrien Muslime in aller Welt aufgerufen, ihr Geld aus dem Land abzuziehen.

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Der türkische Bankensektor sei für Geldanlagen offen und zudem von der weltweiten Finanzkrise nicht stark betroffen, zitierten türkische Zeitungen am Mittwoch Europaminister Egemen Bagis. "Ich bin sicher, dass unsere muslimischen Brüder, die Geld auf Schweizer Banken haben, ihre Entscheidung überdenken werden."
Auch die Führung der syrischen Republik, die ebenso wie die Türkei ein säkularer Staat ist, rief zu einer Kampagne gegen die Schweiz auf. Samira al-Masalme, die Chefredakteurin der regierungsnahen syrischen Tageszeitung "Teshreen", forderte einen arabischen Boykott Schweizer Waren. Die Schweizer Industrie exportiere viel in islamische und arabische Länder, "ein Boykott hätte daher spürbare Auswirkungen", erklärte sie.
Die ägyptische Menschenrechtsvereinigung hatte das Bauverbot am Dienstag mit "großer Besorgnis" zur Kenntnis genommen. Aus dem islamischen Königreich Saudi-Arabien, das keine Religionsfreiheit kennt und Ausländern den Bau von Kirchen auf seinem Staatsgebiet verbietet, kam dagegen keine Kritik.
Schande für die Schweiz
Die Türkei hatte das Bauverbot, das in der Schweiz am Sonntag durch eine Volksabstimmung beschlossen wurde, bereits zuvor scharf kritisiert. Staatspräsident Abdullah Gül sprach von einer Schande für die Schweiz und Beispiel für Feindseligkeit gegenüber Muslimen in der westlichen Welt. Die arabischen Staaten reagierten wegen der mehrtägigen Ferien zum islamischen Opferfest erst etwas später auf die Abstimmung. In Europa hatte es schon am Montag deutliche Kritik an der Schweizer Entscheidung gehagelt.
Verständnis für das Votum der Schweizer äußerte der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy. Bei einem Treffen mit Parlamentariern der Regierungspartei UMP wertete Sarkozy das Referendumsergebnis am Dienstagabend als Beleg dafür, "dass die Menschen, in der Schweiz wie in Frankreich, keine Änderung ihres Landes wünschen. Sie wollen ihre Identität bewahren". Dass die Menschen keine Frauen in der Burka auf der Straße sehen wollten, bedeute nicht, dass sie dem Islam gegenüber feindlich gestimmt sind.
Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere pochte in einem Zeitungsinterview am Mittwoch darauf, dass sich Minarette in die Umgebung einfügen. "Einfügen ist das Gegenteil von dominieren", sagte er.













