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Zuletzt aktualisiert: 23.11.2009 um 16:32 UhrKommentare

Nahost-Gefangenenaustausch steht angeblich bevor

Foto © APA

Nach rund fünf Monaten deutscher Vermittlung verdichten sich die Hinweise auf einen bevorstehenden Gefangenenaustausch zwischen Israel und der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas. Eine fünfköpfige Hamas-Delegation reiste am Montag nach Kairo, um dort die Verhandlungen fortzusetzen. Nach Angaben ägyptischer Grenzbeamter leitete Hamas-Funktionär Mahmoud al-Zahar die Delegation.

Israels Präsident Peres hatte am Sonntag in Kairo bereits von "wirklichen Fortschritten" gesprochen. Nach arabischen Medienberichten könnte eine Einigung noch vor Beginn des arabischen Opferfestes (Eid al-Adha) am kommenden Freitag unter Dach und Fach sein.

Nach den Worten von Ministerpräsident Netanyahu hat Israel aber noch keine Einigung über einen Gefangenenaustausch mit der Hamas erzielt. "Es gibt noch kein Abkommen", sagte Netanyahu am Montag. Die Frage werde von der Regierung entschieden, außerdem werde es eine Debatte im Parlament, der Knesset geben.

Sowohl die im Gazastreifen herrschende Hamas als auch die israelische Regierung haben seit Wochen absolutes Stillschweigen über Details der Gespräche und einer möglichen Vereinbarung gewahrt. In Gaza wird folgendes Szenario diskutiert: Danach überstellt die Hamas zuerst den im Juni 2006 entführten israelischen Soldaten Gilad Shalit in Gewahrsam der ägyptischen Regierung. Im Gegenzug lässt Israel in einem ersten Schritt 450 palästinensische Gefangene frei.

Erst danach dürfte Shalit zu seiner Familie nach Israel zurückkehren. Sobald das geschehen ist, kämen weitere 500 Palästinenser frei. In einer letzten Phase soll Israel dann noch einmal rund 500 palästinensische Häftlinge in die Freiheit entlassen. 20 Palästinenserinnen verließen bereits Anfang Oktober ihre Haftanstalten. Israel hatte im Gegenzug ein Video als Beweis dafür erhalten, dass der 23 Jahre alte israelische Soldat noch am Leben und bei guter Gesundheit ist. Vertreter des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) vermitteln seit Anfang Juli.

Quelle: APA

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