Karzai gibt Signal der Versöhnungsbereitschaft

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Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit hat sich der afghanische Präsident Karzai am Donnerstag für die Einberufung einer "Loya Jirga" zur Versöhnung mit den islamistischen Aufständischen ausgesprochen, an die er appellierte, die Waffen niederzulegen. Eine Große Ratsversammlung solle dazu dienen, den Frieden nach dreißig Kriegsjahren wieder herzustellen, sagte Karzai in Kabul nach seiner Vereidigung.
Die Loya Jirga ist laut Verfassung "die höchste Manifestation des Willens des afghanischen Volkes". Der britische Außenminister Miliband hatte jüngst erklärt, für eine politische Lösung in Afghanistan sollten Taliban-Kommandanten in die Regierung in Kabul integriert werden; dafür müssten sie der Gewalt abschwören.
In seiner Antrittsrede rief Karzai seinen früheren Herausforderer Ex-Außenminister Abdullah auf, sich einer Regierung der nationalen Einheit anzuschließen. Abdullah, der es wegen massiver Wahlfälschungen abgelehnt hatte, in eine Stichwahl gegen den Amtsinhaber zu gehen, bekräftigte im Fernsehen jedoch seine Ablehnung.
Unter dem Beifall der rund 500 Ehrengäste betonte Karzai, er wolle kompetente Experten-Minister einsetzen. Mittelfristig müssten die afghanischen Sicherheitskräfte die Verantwortung von den internationalen Truppen übernehmen. Dies sollte innerhalb von drei Jahren erfolgen. Die Angelobungszeremonie fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Anwesend waren neben US-Außenministerin Clinton ihr britischee Amtskollege Miliband und die Außenminister Frankreichs und Deutschlands, Kouchner und Westerwelle. Aus Islamabad kam der pakistanische Präsident Zardari.
Die Vereidigung wurde von zwei Selbstmordanschlägen im Süden des Landes überschattet. Bei einem Anschlag in der Nähe einer Polizeistation in der Provinz Uruzgan wurden am Nachmittag zehn Zivilisten getötet, darunter zwei Kinder. In der südafghanischen Provinz Zabul wurden nach Angaben der US-Armee zwei amerikanische Soldaten bei einem Anschlag getötet.













