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Zuletzt aktualisiert: 15.11.2009 um 13:28 UhrKommentare

Stöger rechnet mit leichtem Schweinegrippe-Verlauf

Foto © APA

Gesundheitsminister Stöger hat in Sachen Schweinegrippe bei aller Sorgfalt für Gelassenheit plädiert. "Ich gehe derzeit davon aus, dass die neue Grippe einen ähnlichen, wenn nicht leichteren Verlauf hat als eine normale saisonale Grippe", sagte er in der ORF-"Pressestunde". Österreich verfüge über den weltweit besten und auch am besten geprüften Impfstoff.

Die Zahl der gravierenden Fälle liege derzeit unter zehn. Der Gesundheitsminister geht davon aus, dass es bisher insgesamt 10.000 bis 20.000 Infektionen in Österreich gibt. Geimpft wurden bisher rund 100.000 Menschen, eine ähnliche Zahl erwartet er für kommende Woche. "Wir haben für die gesamte Bevölkerung genügend Impfstoff", betonte er, das habe kein anderes Land. Er lege seine Hand dafür ins Feuer, dass dieser bestmöglich geprüft sei.

Bei den Vorbereitungen der Maßnahmen gegen die Pandemie sei Österreich Weltspitze, sagte der Gesundheitsminister, und verteidigte, dass es keine Impfpflicht für das medizinische Personal gibt. "Ich vertraue für die Menschen im Gesundheitssystem, dass sie das Richtige tun", erklärte er. Zu Kritik an der Tatsache, dass er selbst auf die Immunisierung gegen die neue Grippe verzichtete, erklärte Stöger, dass er keiner Risikogruppe - unter anderem chronisch Kranke - angehöre. "Jeder, der will, kann sich impfen lassen", betonte er.

Die Krankenkassenreform verteidigte er, deren Umsetzung kommende Woche im Ministerrat auf dem Programm steht. Sie sei ein "Riesenerfolg" und ein "ganz gewaltiger Schritt", denn man habe die Ärzte einbinden können. Den Vorwurf, dass nur ein "Reförmchen" beschlossen werde, ließ Stöger nicht gelten: "Wir haben noch nie so viele Sanierungsschritte gesetzt wie jetzt." Die Ärztekammer sei erstmals bereit, Veränderungen mitzumachen und Verantwortung für die Kostenentwicklung zu übernehmen.

Stöger rechnet damit, dass demnächst ein Antrag zur Rezeptbefreiung der "Pille danach" vorliegen wird. Eine entsprechende Anmeldung eines Pharmaunternehmens erwarte er "in den nächsten Tagen", sagte er. Einmal mehr verteidigte er den erleichterten Zugang zu diesem Notfallmedikament. "Wir haben weniger Kinder, weil die Bedingungen für Frauen, Familie und Beruf zu vereinen, schlechter sind als in anderen Ländern", sagte er zum Vorwurf von Abtreibungsgegnern, wonach jedes dritte Kind in Österreich abgetrieben würde. Die Zahl selbst zog er in Zweifel.

Quelle: APA

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