Uni-Dekane: Politik "völlig jämmerlich"

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"Seit vielen Jahren das blanke wissenschaftspolitische Chaos" orten die Dekane der Universität Wien. "Es herrscht derartiger Unmut unter den Dekanen, dass wir nicht länger schweigen können", so der Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Mayer. Die Fakultätsleiter sprachen sich für ein System der Studienplatzbewirtschaftung und gegen ein Gegeneinander-Ausspielen von Forschung und Lehre aus.
Die Besetzung von Hörsälen würde einerseits den Vorlesungsbetrieb empfindlich stören, so Mayer. Andererseits hätten die Besetzer mit vielen Forderungen aber recht. So herrsche in vielen Fakultäten in unterschiedlicher Intensität die Ansicht, dass der Bologna-Prozess zu einer Verschulung, der Einschränkung der wissenschaftlichen Freiheit sowie in Folge zu verminderten Berufsaussichten führen würde.
Gar keine Freude hat Mayer mit der Bedingung von Wissenschaftsminister Hahn, die angekündigten 34 Mio. Euro aus seiner Ministerreserve ausschließlich für die Lehre zu verwenden. "Dieses Auseinanderdividieren von Forschung und Lehre kann nicht sein." Mayer forderte die Politik auf, mit den Studenten in einen echten Dialog zu treten.
Geklärt werden müsse endlich, was ein Studienplatz koste und wie viele davon die Gesellschaft bzw. der Steuerzahler zu finanzieren bereit seien, betonte Chemie-Dekan Keppler. Derzeit habe die Uni Wien mehr als 80.000 Studenten, produziere aber nur 6.000 Absolventen pro Jahr.
Erste Annäherungen zwischen Besetzern und der Universitätsleitung gab es am Freitag nach der beinahe 15-tägigen Okkupation der Aula in der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Innsbruck. Ein Angebot der Uni-Leitung an die Protestierenden umfasst u.a. einen Raum für die Studenten und eine Hörerversammlung mit der Unileitung pro Semester. Mittels einer Homepage "Uni von unten" sollen Studierende außerdem die Uni mitgestalten.













